Freier Fall aus 3000 Metern Höhe: HT-Redakteur Thumilan Selvakumaran springt*mit Tandemmaster Horst Stibbe vom Para Club Hall aus einer Cessna 206 Turbo
Heil auf dem Boden angekommen (von links): Vorsitzender Hartmut Köhler, Video-Springer Ronni Fischer, Reporter Thumilan Selvakumaran und Tandemmaster Horst Stibbe.
Der Motor der kleinen weißen Propellermaschine knattert. Durch die große Luke an der Seitenwand, die mit einem dunkelblauen Rollo zugehängt ist, pfeift der kühle Wind. Im Innenraum ist es sehr eng. Fünf Fallschirmspringer des Haller Para Clubs sitzen eingepfercht auf der hellblauen Matte. Dazwischen ich, auf dem Schoß des Tandemmasters Horst Stibbe. Die Cessna 206 Turbo ist voll besetzt. Der Pilot sitzt als einziger in Flugrichtung. Ich spüre nicht, dass der Flieger abhebt. Meine Gedanken sind weit weg. Ich sehe nur den Tower, wie er immer kleiner in der Ferne verschwindet, daneben die lange Startbahn des Adolf Würth Airports. Wir gewinnen schnell an Höhe und verlassen den Luftraum über Hall - so soll Lärm in den Wohngebieten vermieden werden.
Es ist 17.45 Uhr, der Wettergott hat es doch noch gut gemeint mit uns. Stunden hatten wir ausgeharrt, gewartet, dass sich die dunklen Wolken verziehen. Gegen 16.30 Uhr packten die ersten ihre Sachen wieder ein. "Das wird heut nichts mehr. Da kommt nur noch Regen", sagte eine Organisatorin. Horst Stibbe blieb aber neben mir sitzen, erzählte von Sprung-Ausflügen nach Amerika, Russland und in die Nachbarschaft. "Manchmal ist das Wetter so schlecht, dass man bei einem einwöchigen Trip zum Fallschirmspringen nur zu einem einzigen Sprung kommt." Dazu hat er den passenden Spruch auf Lager: "Die meiste Zeit des Lebens wartet der Springer vergebens." Aber die Hoffnung sterbe immer zuletzt, sagte der 44-Jährige, der schon über 2200 Sprünge in seinem Heftchen notiert hat. "Davon sind 586 Tandemsprünge." Der Obersontheimer ist erst vor kurzem nach Waiblingen gezogen. Zum Springen kommt er in den Sommermonaten aber jedes Wochenende nach Hall.
Unter uns erkenne ich die Kochertalbrücke. Wir fliegen über Braunsbach weiter Richtung Gailenkirchen. Die künftige Trasse der neuen Westumfahrung lässt sich aus der Luft gut erahnen. "Wir haben jetzt 1500 Meter erreicht", sagt Horst Stibbe direkt in mein Ohr. Meine Gurte sind an seine eingehakt. "Jetzt gehen wir nochmal alles durch", sagt er weiter: "Beim Aussteigen auf den Kopf aufpassen, die Füße nach unten einklappen und die Hände an die Gurte an der Brust. Leg Deinen Kopf nach hinten an Deine rechte Schulter." Ich nehme seine Worte kaum wahr. Noch immer habe ich meine Gedanken in der Ferne - bloß nicht an den Sprung denken, habe ich mir zuvor eingeredet. Video-Mann Ronni Fischer schaltet sein Gerät am Helm ein und dreht sich zu mir. Das Lämpchen blinkt rot. Aus dem Fenster erkenne ich erst Bubenorbis, dann Mainhardt. Die Maschine dreht um, Richtung Hessental. Es wird ernst. Ich spüre, wie mein Herz klopft, immer schneller. Aus dem Fenster sieht nun doch alles sehr hoch aus. Wir haben bereits 3000 Höhenmeter erreicht. Einer der Springer macht die Luke auf - und springt ohne zu zögern, dicht gefolgt von einem zweiten. Ich setzte meine Brille auf und rutsche mit Horst Stibbe an die Kante der Maschine. Es ist verdammt hoch. Ein beklemmendes Gefühl. Ich bekomme Zweifel an meinem Vorhaben. Ohne eine Sekunde nachzudenken, hatte ich zugesagt - mit der Hoffnung auf einen unglaublichen Kick. Nun sitze ich hier in 3000 Metern Höhe, in der offenen Luke einer Cessna, nur an zwei Haken mit dem Tandemmaster verbunden. Meine Beine baumeln in der Luft. Ich male mir aus, was alles passieren kann.
Fallschirmspringen sei ein gefährlicher Sport, sagte mir Michael Gabeli, ein Lehrer des Clubs, zuvor. "Wir üben ihn aber so sicher wie möglich aus." Die Geräte würden regelmäßig gecheckt werden, Alkohol und Drogen seien verboten. "Auch wenn es nur ein Bier ist: Getrunken wird erst nach dem letzten Sprung." Zu ernsthaften Unfällen sei es in Hall noch nie gekommen. "Und wenn anderswo etwas passiert ist, dann lag es meist an menschlichem Versagen."
Alle Schirme seien mit Sicherheitssystemen ausgestattet. Neben dem Hauptschirm, der beim Tandem eine Fläche von etwa 3,2 Quadratmetern hat, gibt es noch einen gleichgroßen Reserveschirm. "Falls der Springer aus irgendeinem Grund den Hauptschirm nicht auslöst", so Horst Stibbe, "löst der Reserveschirm ab einer Höhe von 580 Metern automatisch aus". Das System des Wachschutzarbeiters habe rund 12000 Euro gekostet und wiege 18 Kilo. Springer, die bei ihm eingehakt werden, sollten nicht mehr als 90 Kilo wiegen. Ich bringe deutlich weniger auf die Waage, etwa 75 Kilo.
Horst Stibbe fängt an zu wippen. Es wird ernst. Ich kralle meine Finger fest an die Gurte. Das Adrenalin schießt durch meinen Körper, der Tunnelblick setzt ein. Dann ist das knattern der Maschine weg. Der Körper verkrampft, mit rund 200 Stundenkilometern stürzen wir in Richtung Flugplatz. Ich möchte schreien, habe meinen Mund weit geöffnet. Es kommt aber kein Ton heraus. Die Geschwindigkeit ist atemberaubend. Dann kommt die Euphorie, ein wundervolles Gefühl. Ich spüre den Wind, die Freiheit und genieße den herrlichen Ausblick und das pure Glück. Die 50 Sekunden freier Fall sind aber viel zu schnell vorbei. Dann klopft mir Horst Stibbe auf die Schulter. Das Zeichen zum Festhalten. Ein starker Ruck drückt mich in die Gurte. Gott sei Dank: Der Schirm öffnet sich. Ich erkenne den Tower, dann Menschen, die von hier oben winzig klein aussehen. Sie winken uns zu. Ein paar Minuten schweben wir noch, bis wir weich auf der Wiese landen. Die Angst ist längst verflogen - aber das Verlangen nach diesem Kick und die Sehnsucht nach dieser Freiheit beim Sprung bleiben mir noch lange erhalten.
Quelle - Hallertag blat 5.9.2009
Samstag, September 12, 2009
Die Sehnsucht nach dem Kick
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Mittwoch, November 05, 2008
Scherben und kaputte Tore
Hausmeister klagen über Vandalismus auf Haller Schulsportplätzen
Kaputte Tore, Müll und viele Glasscherben: Die Hartplätze an den Haller Schulzentren Ost und West dienen längst nicht mehr nur dem Sport. Dort wird gefeiert, getrunken und manchmal auch randaliert.
THUMILAN SELVAKUMARAN

Hausmeister Roland Rieger deutet auf die einbetonierte Verankerung des Tors am Schulzentrum Ost. Durch Gewalteinwirkung ist sie wieder locker. Foto: Thumi
Schwäbisch Hall Eigentlich wollte Roland Rieger dem Reporter bei seinem Gang über die Hartplätze am Schulzentrum Ost zeigen, dass die Vernunft bei den Jugendlichen doch gesiegt hat. Dann aber rüttelt er am neuen Alu-Fußballtor und ist entsetzt. Obwohl es erst im Juli vom Werkhof einbetoniert wurde, wackelt es stark. Zu stark. "Das haben schon wieder welche mutwillig beschädigt", schimpft er. Nun muss der Werkhof erneut ausrücken.
Die vier alten Tore wurden ausgetauscht, nachdem Vandalen diese beschädigt und teilweise herausgerissen hatten. "Einfach so gehen die nicht kaputt. Die halten garantiert 20 Jahre", berichtet Ernst Hartig. Er ist im städtischen Fachbereich Jugend, Schule und Soziales für die Finanzen zuständig. "Die vier neuen Tore haben 6800 Euro gekostet." Diese seien viel stabiler.
Die Probleme am Schulzentrum Ost seien seit dem Sommer aber zurückgegangen, berichtet Rieger. "Vor den großen Ferien war es schlimm. Da lagen immer sehr viele Glasscherben herum." An einen Fall erinnert er sich gut. "Das war ein Freitag. Schüler haben den Platz für einen Leichtathletik-Wettkampf am Wochenende gesäubert. Ich war auch dabei. Und als die Sportler am Sonntag kamen, standen sie vor einem verwüsteten Hartplatz. Er war übersäht von Scherben." Ein Sportler habe sich sogar verletzt.
Roland Rieger sei direkt auf die jugendlichen Vandalen zugegangen und hatte gedroht, sämtliche Tore abbauen zu lassen, falls sie weiter Müll hinterlassen würden. "Das hat gewirkt. Seitdem liegen nur noch selten Glasscherben herum."
Anders dagegen am Schulzentrum West. "Seit die neuen Kleinsportplätze vor eineinhalb Jahren an der Schule errichtet wurden, wird dort abends laut gefeiert und viel getrunken", berichtet Hausmeister Rolf Kaiser. Sein Haus steht ganz in der Nähe auf dem Schulgelände. "Das ist in der letzten Zeit immer schlimmer geworden", sagt er. "Wenn das Wetter gut ist, ist dort abends mehr los als zur Schulzeit."
Tags darauf müsse er immer viele Scherben und Müll wegräumen. "Ich habe auch versucht, mit den Kerlen zu reden. Das bringt nichts. Im Gegenteil. Die drohen mir und beschimpfen mich mit scheiß Hausmeister." Er habe regelrecht Angst davor, dort einzugreifen.
Ob es Anwohner vom Hagenbacher Ring sind oder Schüler, das könne er nicht genau sagen. "Oft stehen dort auch Fahrzeuge mit Künzelsauer Kennzeichen. Die normalen Parkplätze nutzen die ja nicht."
Roland Rieger vom Schulzentrum Ost hofft noch auf die Vernunft. "Die Hartplätze sind sehr abgelegen und daher beliebt bei den Jugendlichen." Früher wurden die umzäunten Plätze auch abgeschlossen. Ohne Erfolg. "Die haben das einfach aufgebrochen. Da sind die Scherben, die weggeräumt werden müssen, das kleinere Übel."
"In den Bereichen um die Schulzentren herum ist oft viel los", weiß auch Polizeisprecher Hans-Ulrich Stuiber. "Vor allem am West wird oft gefeiert." Mehrere kleinere Sachbeschädigungen und Fahrraddiebstähle kamen am Ost und West zur Anzeige. "Streifenbeamte - auch in Zivil - schauen dort häufig vorbei", so Stuiber. In den letzten Wochen hätte es aber keine Beanstandungen mehr gegeben. "Das ist vielleicht auch wetterbedingt. Es ist für manche abends zu kalt draußen." Schwerpunkte seien die Schulzentren aber dennoch nicht. "Es gibt schlimmerere Gebiete in Hall", so Stuiber.
Rolf Kaiser muss aber nach wie vor morgens viel Müll wegräumen. "Die schmeißen die Bier- und Wodka-Flaschen ja einfach kaputt. Feierlich ist das nicht mehr."
Quelle - Hallertag blat (Mittwoch 05.11.2008)
Kaputte Tore, Müll und viele Glasscherben: Die Hartplätze an den Haller Schulzentren Ost und West dienen längst nicht mehr nur dem Sport. Dort wird gefeiert, getrunken und manchmal auch randaliert.
THUMILAN SELVAKUMARAN

Hausmeister Roland Rieger deutet auf die einbetonierte Verankerung des Tors am Schulzentrum Ost. Durch Gewalteinwirkung ist sie wieder locker. Foto: Thumi
Schwäbisch Hall Eigentlich wollte Roland Rieger dem Reporter bei seinem Gang über die Hartplätze am Schulzentrum Ost zeigen, dass die Vernunft bei den Jugendlichen doch gesiegt hat. Dann aber rüttelt er am neuen Alu-Fußballtor und ist entsetzt. Obwohl es erst im Juli vom Werkhof einbetoniert wurde, wackelt es stark. Zu stark. "Das haben schon wieder welche mutwillig beschädigt", schimpft er. Nun muss der Werkhof erneut ausrücken.
Die vier alten Tore wurden ausgetauscht, nachdem Vandalen diese beschädigt und teilweise herausgerissen hatten. "Einfach so gehen die nicht kaputt. Die halten garantiert 20 Jahre", berichtet Ernst Hartig. Er ist im städtischen Fachbereich Jugend, Schule und Soziales für die Finanzen zuständig. "Die vier neuen Tore haben 6800 Euro gekostet." Diese seien viel stabiler.
Die Probleme am Schulzentrum Ost seien seit dem Sommer aber zurückgegangen, berichtet Rieger. "Vor den großen Ferien war es schlimm. Da lagen immer sehr viele Glasscherben herum." An einen Fall erinnert er sich gut. "Das war ein Freitag. Schüler haben den Platz für einen Leichtathletik-Wettkampf am Wochenende gesäubert. Ich war auch dabei. Und als die Sportler am Sonntag kamen, standen sie vor einem verwüsteten Hartplatz. Er war übersäht von Scherben." Ein Sportler habe sich sogar verletzt.
Roland Rieger sei direkt auf die jugendlichen Vandalen zugegangen und hatte gedroht, sämtliche Tore abbauen zu lassen, falls sie weiter Müll hinterlassen würden. "Das hat gewirkt. Seitdem liegen nur noch selten Glasscherben herum."
Anders dagegen am Schulzentrum West. "Seit die neuen Kleinsportplätze vor eineinhalb Jahren an der Schule errichtet wurden, wird dort abends laut gefeiert und viel getrunken", berichtet Hausmeister Rolf Kaiser. Sein Haus steht ganz in der Nähe auf dem Schulgelände. "Das ist in der letzten Zeit immer schlimmer geworden", sagt er. "Wenn das Wetter gut ist, ist dort abends mehr los als zur Schulzeit."
Tags darauf müsse er immer viele Scherben und Müll wegräumen. "Ich habe auch versucht, mit den Kerlen zu reden. Das bringt nichts. Im Gegenteil. Die drohen mir und beschimpfen mich mit scheiß Hausmeister." Er habe regelrecht Angst davor, dort einzugreifen.
Ob es Anwohner vom Hagenbacher Ring sind oder Schüler, das könne er nicht genau sagen. "Oft stehen dort auch Fahrzeuge mit Künzelsauer Kennzeichen. Die normalen Parkplätze nutzen die ja nicht."
Roland Rieger vom Schulzentrum Ost hofft noch auf die Vernunft. "Die Hartplätze sind sehr abgelegen und daher beliebt bei den Jugendlichen." Früher wurden die umzäunten Plätze auch abgeschlossen. Ohne Erfolg. "Die haben das einfach aufgebrochen. Da sind die Scherben, die weggeräumt werden müssen, das kleinere Übel."
"In den Bereichen um die Schulzentren herum ist oft viel los", weiß auch Polizeisprecher Hans-Ulrich Stuiber. "Vor allem am West wird oft gefeiert." Mehrere kleinere Sachbeschädigungen und Fahrraddiebstähle kamen am Ost und West zur Anzeige. "Streifenbeamte - auch in Zivil - schauen dort häufig vorbei", so Stuiber. In den letzten Wochen hätte es aber keine Beanstandungen mehr gegeben. "Das ist vielleicht auch wetterbedingt. Es ist für manche abends zu kalt draußen." Schwerpunkte seien die Schulzentren aber dennoch nicht. "Es gibt schlimmerere Gebiete in Hall", so Stuiber.
Rolf Kaiser muss aber nach wie vor morgens viel Müll wegräumen. "Die schmeißen die Bier- und Wodka-Flaschen ja einfach kaputt. Feierlich ist das nicht mehr."
Quelle - Hallertag blat (Mittwoch 05.11.2008)
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Mittwoch, September 24, 2008
Für die Sicherheit von Gerhard Schröder...
Für die Sicherheit von Gerhard Schröder Studentin Lieselotte König (20) aus Michelfeld hat Führungsrolle beim "Campus Symposium" in Iserlohn
THUMILAN SELVAKUMARAN
Es weht ein kühler Wind am Seilersee hinter der Zeltstadt der privaten Hochschule "BiTS" in Iserlohn (Nordrhein-Westfalen). Fotografen warten an diesem Donnerstag hinter Absperrungen. Dort stehen auch Sanitäter und Freiwillige des "Campus Symposiums", einer internationalen Wirtschaftskonferenz, organisiert von Studenten. Die meisten haben ihre Fotohandys gezückt. Vor der Absperrung, am roten Teppich, dürfen nur wenige Menschen stehen: der Präsident der Hochschule, Sicherheitsdienst, Polizei, Staatsschutz und Organisatoren.
Immer mit dem Handy am Ohr: Für Feuerwehr und Rotes Kreuz organisiert Lieselotte König die Verpflegung. Es vergehen kaum fünf Minuten ohne neue Anfragen.
Bei der Dinner-Gala am Donnerstag nimmt auch der Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder teil. Es gibt Rehrücken. Für Lieselotte König etwas Zeit zum Entspannen.
Auf dem Campus herrscht Sicherheitsstufe 1. Gerhard Schröder, der ehemalige Bundeskanzler, hat sich als Referent angekündigt. Lieselotte König aus Michelfeld steht mittendrin. In schickem grauem Anzug mit rotem Rollkragenpulli und weißen Schuhen. In der rechten Hand hält die Studentin ein Funkgerät. Die 20-jährige hat sich an ihrer Hochschule freiwillig für das "Campus Symposium" gemeldet. Prompt bekam sie die Rolle der Sicherheitschefin. Sie vermittelt zwischen Beamten, Sicherheitsdienst und Veranstalter. Für den direkten Schutz Schröders ist der Staatsschutz verantwortlich.
16.45 Uhr. Erst kommen die Begleitfahrzeuge, dann die Limousine des Ex-Kanzlers. Er stemmt die Türe seines Wagens auf und begrüßt gut gelaunt die Wartenden. Dann geht er schnurstracks in das VIP-Zelt. Direkt an seiner Seite: die Studentin aus Michelfeld.
Lieselotte König hat ihr Abitur am Erasmus-Widmann-Gymnasium abgelegt. Dass sie Wirtschaftspsychologie studieren will, war früh klar. "Nur wo, das wusste ich nicht." Mehrere Hochschulen habe sie besichtigt. Die Wahl fiel auf die private Fachhochschule in Iserlohn, die "Business and Information Technology School." Kosten: rund 3500 Euro pro Semester. "Diese Hochschule war aber am besten", sagt sie. Nach den Ferien kommt sie ins dritte Semester.
Männer vom Sicherheitsdienst kommen auf sie zu. Probleme mit der Anlieferung im Sicherheitsbereich. "Der Mann von der Presse darf das aber nicht mitschreiben", sagt einer. "Das Thema Sicherheit nehmen manche wohl zu ernst", beschwert sich ein Chauffeur bei der Michelfelderin. "Frau König, wie soll ich meinen Chef abholen, wenn ich nicht mal kurz vor dem Eingang stehen darf." Er wünscht eine Durchfahrtsgenehmigung. Lieselotte König versucht das Problem zu lösen. An ihrer Seite steht eine Beamtin der örtlichen Polizei. Zur Unterstützung und zur besseren Absprache mit den anderen Beamten. "Lassen sie aber meinen Vornamen weg. Schreiben sie nur Kasper", sagt die Begleiterin der 20-Jährigen.
Nach kurzer Absprache mit dem privaten Sicherheitsdienst am Haupteingang hat Lieselotte König das Problem mit dem Chauffeur gelöst. "Grundsätzlich darf er dort halten. Er wollte das aber zu dem Zeitpunkt, als Schröder kommen sollte. Das geht natürlich nicht." Der Mann habe im Vorgespräch wohl bewusst Details weggelassen und gehofft, so an die Durchfahrtsgenehmigung zu kommen.
Während Gerhard Schröder im Festzelt für die Partnerschaft zwischen Europa und Russland wirbt - einerseits als Staatschef außer Dienst, andererseits als Aufsichtsratsvorsitzender des deutsch-russischen Pipeline-Projektes - kommt auf Lieselotte König ein weiteres Problem zu. Die Spülmaschine im Cateringbereich funktioniert nicht mehr. Ein Laster ist schnell organisiert, mit dem die dreckigen Teller zum Spülen weggefahren werden können. "Dieser muss dann aber jedes Mal bei der Rückfahrt von Spürhunden nach Sprengstoffen beschnüffelt werden. Der Ort, wo die funktionierenden Spülmaschinen installiert sind, liegt außerhalb des Sicherheitsbereichs", so die 20-Jährige. Nach kurzer Beratung mit Beamtin Kasper entschließen die beiden, bei jeder Fahrt einen Beamten mitzuschicken. "Die Hunde sind sonst überfordert. Sie brauchen auch ihre Pausen", so Kasper.
Der Vortrag ist zu Ende. Gerhard Schröder wird vom Staatsschutz zur Dinner-Gala im zweiten Zelt begleitet. Es gibt Rehrücken. Lieselotte König hat es sich auf einer Couch in der Nähe gemütlich gemacht. Kurze Pause zum Verschnaufen. "Es ist schon eine Herausforderung", sagt sie sichtlich geschafft. "Die vergangenen zwei Monate waren sehr hart. Da ging es richtig in die Organisation." In den letzten Tagen vor dem Symposium hatte sie kaum Schlaf. In der Nacht zuvor nur eineinhalb Stunden. Vieles musste noch organisiert werden. "Ich habe beispielsweise alle 1500 Besucher und Mitarbeiter mit Personalausweisnummer beim Innenministerium akkreditiert." Außerdem hat sie für jeden Besucher Sicherheitsausweise gedruckt. "Der Drucker schafft maximal 100 Plastikkarten in der Stunde. Aber der war ständig kaputt." Also Nachtschichten einlegen.
Sichtlich stolz sind die Eltern der 20-Jährigen. Sie haben die 400 Kilometer lange Autostrecke auf sich genommen, um zu sehen, wie die Älteste von drei Töchtern ihre erste große Führungsrolle meistert. "Es war schön mitzuerleben, wie ruhig sie das alles geregelt hat", sagt Dr. Eva König. Ihre Tochter sei von den vielen Beamten nicht als Studentin angesehen worden, sondern als echte Fachkraft. "Mit viel Respekt ist man mit ihr umgegangen", berichtet Gunter König. "Es ist für mich der Tag, an dem ich endgültig begriffen habe, dass meine Tochter erwachsen ist", fügt er hinzu. Dann schneidet auch er ein Stück vom Rehrücken ab. "Herrlich. Da sieht man, wie sehr sich die Menschen anstrengen, wenn sie wissen, dass der Ex-Kanzler da ist." Dann lacht er laut und gönnt sich einen Schluck Wein.
Mittlerweile ist es 21 Uhr. Lieselotte König muss ihren Feierabend verschieben. Seit 7 Uhr morgens ist sie auf den Beinen, gemeinsam mit der Beamtin, mit der sie sich schon duzt. "Sie ist wie ein Schatten, immer an meiner Seite. Schon seit 14 Stunden", berichtet sie.
Probleme haben 19 Männer von der Berufsfeuerwehr und vom Roten Kreuz. Die für das Catering zuständigen Organisatoren haben vergessen, sich um die Verpflegung der Rettungskräfte zu kümmern. "Das muss ich jetzt ausbaden", sagt Lieselotte König. Per Handy und Funkgerät regelt sie das Problem - wie auch die anderen an diesem Tag. Dann bleibt kurz Zeit für einen Radio-Moderator. "Es ist schon unglaublich, wie viele Interviews ich für Print und Hörfunk gegeben habe", sagt sie. Ein weiterer Termin mit einem TV-Sender stünde auch schon fest.
Als Schröder weg ist, kann sich die Sicherheitschefin zurücklehnen. Ehrenamtlich war sie im Einsatz, hat fast ihre ganzen Semesterferien geopfert. Nach ein paar Stunden Schlaf geht es am nächsten Tag aber weiter. Um 7 Uhr. "Mit meinem Schatten an der Seite", scherzt sie. Edmund Stoiber, ehemaliger Ministerpräsident von Bayern, sowie Lech Walesa, ehemaliger Staatspräsident von Polen, kommen als Referenten zum "Campus Symposium." Dann herrscht erneut Sicherheitsstufe 1. Lieselotte König hat dann wieder reichlich zu tun.
Photos - Thumilan Selvakumaran
Quelle - Hallertagblatt
Erscheinungsdatum, -zeit: Montag 22.09.2008, 7:30 Uhr
THUMILAN SELVAKUMARAN
Es weht ein kühler Wind am Seilersee hinter der Zeltstadt der privaten Hochschule "BiTS" in Iserlohn (Nordrhein-Westfalen). Fotografen warten an diesem Donnerstag hinter Absperrungen. Dort stehen auch Sanitäter und Freiwillige des "Campus Symposiums", einer internationalen Wirtschaftskonferenz, organisiert von Studenten. Die meisten haben ihre Fotohandys gezückt. Vor der Absperrung, am roten Teppich, dürfen nur wenige Menschen stehen: der Präsident der Hochschule, Sicherheitsdienst, Polizei, Staatsschutz und Organisatoren.
Immer mit dem Handy am Ohr: Für Feuerwehr und Rotes Kreuz organisiert Lieselotte König die Verpflegung. Es vergehen kaum fünf Minuten ohne neue Anfragen.
Bei der Dinner-Gala am Donnerstag nimmt auch der Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder teil. Es gibt Rehrücken. Für Lieselotte König etwas Zeit zum Entspannen.Auf dem Campus herrscht Sicherheitsstufe 1. Gerhard Schröder, der ehemalige Bundeskanzler, hat sich als Referent angekündigt. Lieselotte König aus Michelfeld steht mittendrin. In schickem grauem Anzug mit rotem Rollkragenpulli und weißen Schuhen. In der rechten Hand hält die Studentin ein Funkgerät. Die 20-jährige hat sich an ihrer Hochschule freiwillig für das "Campus Symposium" gemeldet. Prompt bekam sie die Rolle der Sicherheitschefin. Sie vermittelt zwischen Beamten, Sicherheitsdienst und Veranstalter. Für den direkten Schutz Schröders ist der Staatsschutz verantwortlich.
16.45 Uhr. Erst kommen die Begleitfahrzeuge, dann die Limousine des Ex-Kanzlers. Er stemmt die Türe seines Wagens auf und begrüßt gut gelaunt die Wartenden. Dann geht er schnurstracks in das VIP-Zelt. Direkt an seiner Seite: die Studentin aus Michelfeld.
Lieselotte König hat ihr Abitur am Erasmus-Widmann-Gymnasium abgelegt. Dass sie Wirtschaftspsychologie studieren will, war früh klar. "Nur wo, das wusste ich nicht." Mehrere Hochschulen habe sie besichtigt. Die Wahl fiel auf die private Fachhochschule in Iserlohn, die "Business and Information Technology School." Kosten: rund 3500 Euro pro Semester. "Diese Hochschule war aber am besten", sagt sie. Nach den Ferien kommt sie ins dritte Semester.
Männer vom Sicherheitsdienst kommen auf sie zu. Probleme mit der Anlieferung im Sicherheitsbereich. "Der Mann von der Presse darf das aber nicht mitschreiben", sagt einer. "Das Thema Sicherheit nehmen manche wohl zu ernst", beschwert sich ein Chauffeur bei der Michelfelderin. "Frau König, wie soll ich meinen Chef abholen, wenn ich nicht mal kurz vor dem Eingang stehen darf." Er wünscht eine Durchfahrtsgenehmigung. Lieselotte König versucht das Problem zu lösen. An ihrer Seite steht eine Beamtin der örtlichen Polizei. Zur Unterstützung und zur besseren Absprache mit den anderen Beamten. "Lassen sie aber meinen Vornamen weg. Schreiben sie nur Kasper", sagt die Begleiterin der 20-Jährigen.
Nach kurzer Absprache mit dem privaten Sicherheitsdienst am Haupteingang hat Lieselotte König das Problem mit dem Chauffeur gelöst. "Grundsätzlich darf er dort halten. Er wollte das aber zu dem Zeitpunkt, als Schröder kommen sollte. Das geht natürlich nicht." Der Mann habe im Vorgespräch wohl bewusst Details weggelassen und gehofft, so an die Durchfahrtsgenehmigung zu kommen.
Während Gerhard Schröder im Festzelt für die Partnerschaft zwischen Europa und Russland wirbt - einerseits als Staatschef außer Dienst, andererseits als Aufsichtsratsvorsitzender des deutsch-russischen Pipeline-Projektes - kommt auf Lieselotte König ein weiteres Problem zu. Die Spülmaschine im Cateringbereich funktioniert nicht mehr. Ein Laster ist schnell organisiert, mit dem die dreckigen Teller zum Spülen weggefahren werden können. "Dieser muss dann aber jedes Mal bei der Rückfahrt von Spürhunden nach Sprengstoffen beschnüffelt werden. Der Ort, wo die funktionierenden Spülmaschinen installiert sind, liegt außerhalb des Sicherheitsbereichs", so die 20-Jährige. Nach kurzer Beratung mit Beamtin Kasper entschließen die beiden, bei jeder Fahrt einen Beamten mitzuschicken. "Die Hunde sind sonst überfordert. Sie brauchen auch ihre Pausen", so Kasper.
Der Vortrag ist zu Ende. Gerhard Schröder wird vom Staatsschutz zur Dinner-Gala im zweiten Zelt begleitet. Es gibt Rehrücken. Lieselotte König hat es sich auf einer Couch in der Nähe gemütlich gemacht. Kurze Pause zum Verschnaufen. "Es ist schon eine Herausforderung", sagt sie sichtlich geschafft. "Die vergangenen zwei Monate waren sehr hart. Da ging es richtig in die Organisation." In den letzten Tagen vor dem Symposium hatte sie kaum Schlaf. In der Nacht zuvor nur eineinhalb Stunden. Vieles musste noch organisiert werden. "Ich habe beispielsweise alle 1500 Besucher und Mitarbeiter mit Personalausweisnummer beim Innenministerium akkreditiert." Außerdem hat sie für jeden Besucher Sicherheitsausweise gedruckt. "Der Drucker schafft maximal 100 Plastikkarten in der Stunde. Aber der war ständig kaputt." Also Nachtschichten einlegen.
Sichtlich stolz sind die Eltern der 20-Jährigen. Sie haben die 400 Kilometer lange Autostrecke auf sich genommen, um zu sehen, wie die Älteste von drei Töchtern ihre erste große Führungsrolle meistert. "Es war schön mitzuerleben, wie ruhig sie das alles geregelt hat", sagt Dr. Eva König. Ihre Tochter sei von den vielen Beamten nicht als Studentin angesehen worden, sondern als echte Fachkraft. "Mit viel Respekt ist man mit ihr umgegangen", berichtet Gunter König. "Es ist für mich der Tag, an dem ich endgültig begriffen habe, dass meine Tochter erwachsen ist", fügt er hinzu. Dann schneidet auch er ein Stück vom Rehrücken ab. "Herrlich. Da sieht man, wie sehr sich die Menschen anstrengen, wenn sie wissen, dass der Ex-Kanzler da ist." Dann lacht er laut und gönnt sich einen Schluck Wein.
Mittlerweile ist es 21 Uhr. Lieselotte König muss ihren Feierabend verschieben. Seit 7 Uhr morgens ist sie auf den Beinen, gemeinsam mit der Beamtin, mit der sie sich schon duzt. "Sie ist wie ein Schatten, immer an meiner Seite. Schon seit 14 Stunden", berichtet sie.
Probleme haben 19 Männer von der Berufsfeuerwehr und vom Roten Kreuz. Die für das Catering zuständigen Organisatoren haben vergessen, sich um die Verpflegung der Rettungskräfte zu kümmern. "Das muss ich jetzt ausbaden", sagt Lieselotte König. Per Handy und Funkgerät regelt sie das Problem - wie auch die anderen an diesem Tag. Dann bleibt kurz Zeit für einen Radio-Moderator. "Es ist schon unglaublich, wie viele Interviews ich für Print und Hörfunk gegeben habe", sagt sie. Ein weiterer Termin mit einem TV-Sender stünde auch schon fest.
Als Schröder weg ist, kann sich die Sicherheitschefin zurücklehnen. Ehrenamtlich war sie im Einsatz, hat fast ihre ganzen Semesterferien geopfert. Nach ein paar Stunden Schlaf geht es am nächsten Tag aber weiter. Um 7 Uhr. "Mit meinem Schatten an der Seite", scherzt sie. Edmund Stoiber, ehemaliger Ministerpräsident von Bayern, sowie Lech Walesa, ehemaliger Staatspräsident von Polen, kommen als Referenten zum "Campus Symposium." Dann herrscht erneut Sicherheitsstufe 1. Lieselotte König hat dann wieder reichlich zu tun.
Photos - Thumilan Selvakumaran
Quelle - Hallertagblatt
Erscheinungsdatum, -zeit: Montag 22.09.2008, 7:30 Uhr
Mittwoch, Juli 23, 2008
Polizisten sind "blau" unterwegs
Acht Beamte in Hall und Crailsheim testen seit gestern die neuen Uniformen
Die Tage der grün-beigen Polizeiuniformen sind gezählt. Seit gestern werden in Hall und Crailsheim blaue Dienstkleidungen getestet. Dazu haben die Beamten auch den ersten blauen Streifenwagen bekommen.
THUMILAN SELVAKUMARAN
Landkreis - Die Beamten in Hall testen, wie auch 200 weitere in Baden-Württemberg, die Alltagstauglichkeit der neuen Uniformen. Diese sollen die bisherigen in Grün-Beige ablösen.
Am gestrigen Montag wurden die verschiedenen Varianten in der Haller Polizeidirektion vorgestellt: Dabei sind kurz- und langärmlige Baumwollhemden, Pullover mit Rollkragen, Strickjacken, Regenjacken, Windjacken, Winterjacken, Schutzwesten, outdoor-taugliche Cargohosen und Schirmmützen. Dazu kommen Einsatzanzug (Overall), Thermo-Rolli, Poloshirt und verschiedene Bekleidungen für den Innendienst.
"Ich bin begeistert vom Aussehen", sagte Günther Freisleben, Polizeidirektor in Hall, bei der gestrigen Präsentation. "Grün-Beige ist die Farbe der Militärpolizei, Blau dagegen die Farbe der Zivilpolizei. Und als die verstehen wir uns auch", so Freisleben.
Auch den Streifenpolizisten gefallen die Uniformen. "Praktisch ist die Regen- oder Windjacke", sagt Melanie Deininger. "Früher hatten wir eben nur die Winterjacken. Die waren im Sommer zu heiß."
Heinz Schäfer ist von den neuen Schutzwesten begeistert. "Die alten werden unter dem Hemd getragen. Nach der Streife, im Revier, kann man die nicht so einfach ablegen." Die neuen kugelsicheren Westen werden über dem Hemd getragen, sind leichter abzunehmen und wiegen auch weniger. Die Westen sind im Streifendienst vorgeschrieben.
"Freiwillige Tester musste ich bei uns nicht lange suchen. Da haben sich mehr als genug gemeldet", berichtet Freisleben. "Und acht Tester sind im Vergleich zu den anderen Dienststellen der Landespolizeidirektion Stuttgart sehr viel." In Aalen, Künzelsau oder Heidenheim testet beispielsweise jeweils nur ein Beamter die neue Dienstkleidung. In Heilbronn sind drei Polizisten mit den neuen Uniformen unterwegs. Lediglich Göpping hat mit elf Beamten mehr.
Nach Abschluss des Tragetests will das Innenministerium die Teilnehmer sowie Vertreter der Gewerkschaften und des Hauptpersonalrats der Polizei einladen, um die Ergebnisse zu besprechen. Grundsätzlich gelte, dass nur Bekleidungsstücke, die durch Funktionalität in der Praxis überzeugen, auch eingeführt werden. 2009 soll die europaweite Ausschreibung erfolgen. Bis 2010 sollen dann die rund 21500 Polizisten im Land mit den neuen Uniformen ausgestattet werden. Im Haller Landkreis sind es etwa 250.
Bei der Präsentation gestern wurde auch der erste in Baden-Württemberg zugelassene blau-silberne Streifenwagen an die Haller Polizeidirektion übergeben. Alle künftigen neuen Fahrzeuge werden in diesem Design ausgeliefert. Bis Ende des Jahres sollen davon bereits 710 Streifenwagen auf den Straßen des Landes unterwegs sein.
Bundesweit werden die Polizeiuniformen auf Blau umgestellt. Einige Länder nutzen diese auch schon seit einigen Jahren. Ziel ist es, die Uniformen dem optischen Erscheinungsbild der Polizeien in Europa anzugleichen.
Erscheinungsdatum, -zeit: Dienstag 22.07.2008, 7:30 Uhr
Quelle - Hallertagblat
Die Tage der grün-beigen Polizeiuniformen sind gezählt. Seit gestern werden in Hall und Crailsheim blaue Dienstkleidungen getestet. Dazu haben die Beamten auch den ersten blauen Streifenwagen bekommen.
THUMILAN SELVAKUMARAN
Landkreis - Die Beamten in Hall testen, wie auch 200 weitere in Baden-Württemberg, die Alltagstauglichkeit der neuen Uniformen. Diese sollen die bisherigen in Grün-Beige ablösen.
Am gestrigen Montag wurden die verschiedenen Varianten in der Haller Polizeidirektion vorgestellt: Dabei sind kurz- und langärmlige Baumwollhemden, Pullover mit Rollkragen, Strickjacken, Regenjacken, Windjacken, Winterjacken, Schutzwesten, outdoor-taugliche Cargohosen und Schirmmützen. Dazu kommen Einsatzanzug (Overall), Thermo-Rolli, Poloshirt und verschiedene Bekleidungen für den Innendienst.
"Ich bin begeistert vom Aussehen", sagte Günther Freisleben, Polizeidirektor in Hall, bei der gestrigen Präsentation. "Grün-Beige ist die Farbe der Militärpolizei, Blau dagegen die Farbe der Zivilpolizei. Und als die verstehen wir uns auch", so Freisleben.
Auch den Streifenpolizisten gefallen die Uniformen. "Praktisch ist die Regen- oder Windjacke", sagt Melanie Deininger. "Früher hatten wir eben nur die Winterjacken. Die waren im Sommer zu heiß."
Heinz Schäfer ist von den neuen Schutzwesten begeistert. "Die alten werden unter dem Hemd getragen. Nach der Streife, im Revier, kann man die nicht so einfach ablegen." Die neuen kugelsicheren Westen werden über dem Hemd getragen, sind leichter abzunehmen und wiegen auch weniger. Die Westen sind im Streifendienst vorgeschrieben.
"Freiwillige Tester musste ich bei uns nicht lange suchen. Da haben sich mehr als genug gemeldet", berichtet Freisleben. "Und acht Tester sind im Vergleich zu den anderen Dienststellen der Landespolizeidirektion Stuttgart sehr viel." In Aalen, Künzelsau oder Heidenheim testet beispielsweise jeweils nur ein Beamter die neue Dienstkleidung. In Heilbronn sind drei Polizisten mit den neuen Uniformen unterwegs. Lediglich Göpping hat mit elf Beamten mehr.
Nach Abschluss des Tragetests will das Innenministerium die Teilnehmer sowie Vertreter der Gewerkschaften und des Hauptpersonalrats der Polizei einladen, um die Ergebnisse zu besprechen. Grundsätzlich gelte, dass nur Bekleidungsstücke, die durch Funktionalität in der Praxis überzeugen, auch eingeführt werden. 2009 soll die europaweite Ausschreibung erfolgen. Bis 2010 sollen dann die rund 21500 Polizisten im Land mit den neuen Uniformen ausgestattet werden. Im Haller Landkreis sind es etwa 250.
Bei der Präsentation gestern wurde auch der erste in Baden-Württemberg zugelassene blau-silberne Streifenwagen an die Haller Polizeidirektion übergeben. Alle künftigen neuen Fahrzeuge werden in diesem Design ausgeliefert. Bis Ende des Jahres sollen davon bereits 710 Streifenwagen auf den Straßen des Landes unterwegs sein.
Bundesweit werden die Polizeiuniformen auf Blau umgestellt. Einige Länder nutzen diese auch schon seit einigen Jahren. Ziel ist es, die Uniformen dem optischen Erscheinungsbild der Polizeien in Europa anzugleichen.
Erscheinungsdatum, -zeit: Dienstag 22.07.2008, 7:30 Uhr
Quelle - Hallertagblat
Hallerin halbnackt vor der Linse
Bianca Wiegleb posiert für die Bild-Zeitung - Positive, aber auch negative Reaktionen
Thumilan Selvakumaran
Thumilan Selvakumaran
Die 24-Jährige Bianca Wiegleb arbeitet als Feinmechanikerin in Ingelfingen. Seit zweieinhalb Jahren lebt sie mit ihrem Ehemann in Hall. Fotos: Thumi
Bianca Wiegleb als Bild-Girl auf Seite 1.Wenn allmorgendlich der Bauarbeiter in der Vesperpause oder der Taxi-Fahrer am Stand Deutschlands bekannteste Boulevardzeitung in die Hand nimmt, wandert der Blick oft direkt auf das entblätterte "Seite 1-Mädchen". Was für viele Zeitgenossen nur ein Ausdruck von Geschmacklosigkeit ist, verführt andere zum Schwärmen. Wie man auch immer dazu steht: Vor einigen Tagen posierte ein "Bild-Girl" aus Schwäbisch Hall und wir haben sie getroffen.
In einem Blaumann steht sie mit unschuldigem Blick auf einer Baustelle, die langen blonden Haare zu zwei Pferdeschwänzen zusammengebunden. Halbnackt lächelt sie in die Kamera.
Bianca Wiegleb ist 24 Jahre alt, verheiratet und lebt mit ihrem Ehemann in Hall. Sie ist kein Nacktmodell, kein Profi in Sachen Foto-Shooting. Sie verdient ihren Lebensunterhalt als Feinwerkmechanikerin in Ingelfingen. Dort steht sie an einer Fräsmaschine und montiert Ventilatoren.
"Ich wurde frei erzogen. Ich setze mich auch gerne mal oben ohne an den Badesee", sagt Bianca Wiegleb. Eine Freundin, Fotografin, hatte früher Fotoaufnahmen von ihr gemacht: in Dessous und oben ohne. "Solche Fotos wollte ich unbedingt von mir haben", erzählt sie.
Einige aus dieser Serie hat die 24-Jährige samt Brief an die Boulevard-Zeitung mit der größten Auflage in Deutschland geschickt. "Ich erhoffe mir dadurch keine Traumkarriere. Die Bilder sind mehr für mich." Und dass nun mehrere Millionen Menschen im ganzen Bundesgebiet und sogar an den deutschen Urlaubszielen sie oben ohne gesehen haben? Bianca Wiegleb lächelt: "Das Ergebnis ist doch schön."
Zum Fototermin kam ein vierköpfiges Team: Zwei Fotografen, eine Visagisten und ein Kameramann. "Ich wohne direkt am Neubau in Hall. Und als der Fotograf das historische Umfeld gesehen hat, wurde das Set kurzerhand dort aufgebaut." Eine Stunde dauerte es, bis das Freizeitmodell ausreichend geschminkt war. Die Lippen und die Augen wurden betont, die Haare umgestylt.
Vor dem altehrwürdigen Gebäude, auf den Stufen des Haupteingangs, posierte Bianca Wiegleb in kurzem Rock und hohen Schuhen. Mehr hatte sie nicht an. Nach einigen hundert Fotos ging es weiter zum Anbau des Nachbars um die Ecke. Der Rock wurde durch Wieglebs Arbeits-Blaumann ausgetauscht. "Insgesamt hat das Foto-Shooting vier Stunden gedauert", berichtet sie.
Aber nur ein Bild wurde in der Zeitung veröffentlicht, dafür gabs noch ein Video im Internet. Mit dem Ergebnis ist sie zufrieden. "Auch wenn ich in echt ganz anders aussehe als auf dem Foto." Ein Bild mit offenen Haaren hätte ihr aber mehr gefallen.
Und die Reaktionen? "Meine Eltern waren begeistert. Meine Mutter hat es aus der Zeitung ausgeschnitten und in ein Album geklebt." Der Ehemann hat sich sehr gefreut. "Vor seinen Trucker-Kollegen war er mächtig stolz." Bekannte, mit denen sie schon lange keinen Kontakt mehr hatte, haben sie in der Zeitung erkannt und sich bei ihr gemeldet. "So viele positive Reaktionen hatte ich nicht erwartet", freut sich die 24-Jährige. Auch ihr Chef, der anfangs dagegen war, könne mit dem Ergebnis leben.
Negativ äußerte sich ein Kollege. "Das sieht nuttig aus", habe er gesagt. Auch einer Freundin hätte es nicht gefallen, dass sie sich halbnackt vor der Republik präsentierte.
Bezahlt wurde Bianca Wiegleb mit ihren Maßen 89-68-90 übrigens nicht. "Geld bekommt man nur, wenn man zum Bild-Girl des Monats gewählt wird", sagt sie. Hoffnungen macht sie sich keine. "Schön wäre es aber schon, wenn ich nebenher mit Modeln Geld verdienen könnte."
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Erscheinungsdatum, -zeit: Dienstag 22.07.2008, 7:30 Uhr
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Freitag, Juli 04, 2008
Es geht rauf und runter in Hall
Lehrer aus zwölf Ländern besuchen Haller Goethe-Institut14 mehrsprachige Lehrer aus zwölf Ländern sind zurzeit im Haller Goethe-Institut zu Besuch. Um einen Einblick in Sprache und Pädagogik zu bekommen, vertiefen sie dort Lehr- und Lernmethoden.

Für den Länderabend im Goethe-Institut hatte jeder Lehrer Spezialitäten aus seiner Heimat gekocht. Vivian (am Kochtopf) fordert ihre Kolleginnen und Kollegen auf, auch mal zu probieren. Foto: Thumi
Quelle - Hallertagblat 4.7.2008

Für den Länderabend im Goethe-Institut hatte jeder Lehrer Spezialitäten aus seiner Heimat gekocht. Vivian (am Kochtopf) fordert ihre Kolleginnen und Kollegen auf, auch mal zu probieren. Foto: Thumi
Quelle - Hallertagblat 4.7.2008
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Eine Mordsfläche

Im Januar 2008 wurde das Baugebiet "An der Breiteich" öffentlich vorgestellt - hier betrachten Ulrich und Claudia Einsele das Modell. Inzwischen regt sich in Gottwollshausen und auf dem Teurershof Kritik an den Plänen der Stadt. Foto: Thumi
Quelle Hallertagblat 4.7.2008
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