Montag, Juni 28, 2004

Krimispektakel mit Liebe zum Detail inszeniert

Theater

Premiere der "Räuber vom Mainhardter Wald" zieht die Massen an

Soviel Autos auf dem schmalen Sträßchen zwischen Ammertsweiler und Gögelhof sind erste Vorboten für einen besonderen Samstagabend. Eine Straßensperre, ein zum Parkplatz umfunktionierten Wiese, eine weitere Kontrollstelle - und dazwischen viele Menschen in Kleidung von "anno dazumal". Bei dem früheren Versteck Gögelhof feierten "Die Räuber vom Mainhardter Wald" Premiere.

Jutta Pagel

Mainhardt.
Unter die 350 Premieregäste hatte sich auch Landtagsabgeordneter Helmut W. Rüeck gemischt und lobte die "tolle Gemeinschaftsleistung" der vielen ehrenamtlichen Helfer und die 60 Laienschauspieler unter Leitung von Martin Hermann. Er hatte die Idee und ein Drehbuch für ein Stationentheater geschrieben. Als Vorlage diente ihm die vom ehemalige HT-Redakteur Egil Pastor 1986 in einem Buch zusammengetragenen historischen Fakten.



Hunger und Armut lie§ die Bauern und Tagelšhner in den Mainhardter WŠldern auf Abwege gelangen. Doch die Untugend, die aus der Not geboren wurde, wurde recht schnell zum verbrecherischen Unwesen. Foto:Thumi

Gut 16 Monate Vorbereitungszeit waren nötig, damit die Vergangenheit aufleben konnte. Mit Liebe zum Detail wurden Kulissen gebaut, Kostüme besorgt und natürlich geprobt. Am Originalschauplatz wurde das historische Kriminalspektakel nun uraufgeführt, das durchaus gewollt oder ungewollt auch Bezüge zur Gegenwart erkennen lässt. Mit einem Paukenschlag wurden die Besucher für drei Stunden in die Zeit zwischen 1740 und 1790 zurückversetzt. Damals trieben die "Räuber vom Mainhardter Wald" ihr Unwesen. Rückblende: Die Obrigkeit ist streng und gewalttätig, die kleinen Leute sind arm. Die Not ist groß. Die Männer sind Taglöhner, kleine Handwerker und mühen sich redlich um ihr Auskommen, während in Hall "das reiche Siederspack" lebt. "Brav sein, heißt darben." Anständig und ehrlich bleiben ist in dieser Gesellschaft kaum möglich. Als Ausweg bleibt Räuber werden oder sich aufzulehnen. So verschwören sich rund 60 bisher unbescholtene Männer zu einer Räuberbande. Angeführt werden sie von Hauptmann Weiß, der eigentlich Wirt vom Neuwirtshaus, Metzger und Amtsrichter in einer Person ist.
Die Regeln sind einfach und geben Zuversicht: gegenseitiges Vertrauen, Verlässlichkeit bis in den Tod und - Beute aus Überfällen wird unter allen Räubern gerecht aufgeteilt. Soziale Gerechtigkeit wird groß geschrieben. Die armen Wäldler schöpfen Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Die Verschwörung wird gefeiert. Gar lustig, zuweilen derb und grobschlächtig, geht es zu. Über dem Räubernest liegt ein Hauch vom "Wirtshaus im Spessart".
Generalstabsmäßig werden die Überfälle auf Metzger, den Bürgermeister von Rielingshausen oder auf die Postkutsche bei Germersheim vorbereitet. Hervorragend in Szene gesetzt, wie eine echte Postkutsche mit zwei Pferden vorneweg den Hohlweg entlang kommt. Möglichst weit weg von der Heimat, vier bis sechs Tagesmärsche waren keine Seltenheit. Deshalb dauerte es auch lange Zeit, bis die Räuberbande vom Wald dingfest gemacht werden konnte. Immer skrupelloser und gewalttätiger gehen die Räuber von Mal zu Mal vor, schrecken gar vor Totschlag und Mord nicht zurück. Irgendwann werden doch zwei Räuber ertappt und durch Daumenschrauben zum Reden gebracht. Es kommt, wie es kommen muss: die Räuber werden zum Tode verurteilt. Einzig Hauptmann Weiß bleibt als Ehrenperson am Leben und in seinen Ämtern. Die Moral von der Geschicht': Schandtaten lohnen nicht.

quelle - Hallertagblatt - 28.6.2004

Freitag, Juni 25, 2004

Ein Trauerspiel

Fussball-EM / Haller fiebern mit Deutschland

Dichtes Gedraenge in den Cafés und Bars

Ausnahmezustand in Hall: Es ist Mittwochabend, die Straßen sind wie leergefegt. In den Cafés und Bars herrscht ein ganz anderes Bild: Dicht gedrängt stehen und sitzen sie an den Video-Leinwänden. Jeder fiebert mit und hofft auf das Weiterkommen von Rudi's Elf. Vergebens.

Thumilan Selvakumaran

Schwäbisch Hall.
20.30 Uhr, nur vereinzelt sind noch Menschen in der Haller City zu sehen. Sind auch sie auf dem Weg, um Deutschland gegen Tschechien B zu schauen und quasi last Minute eine der letzten Plätze in den Cafés und Bars zu ergattern? Wenn ja, dürften sie Pech haben. Schon lange vor 20.45 Uhr, dem offiziellem Beginn des entscheidenden Vorrundenspiels, sind alle Plätze weg.



Jubel und Hoffnung, Verzweiflung und Trauer: Wer am Mittwoch in den Haller Bars und Cafés Fußball schaute, erlebte ein Wechselbad der Gefühle. Auch lange nach dem Spiel saßen viele Fans wie paralysiert vor den Video-Leinwänden. Fotos: Thumi



Die treuen Anhänger der DFB-Elf und viele, die sich vom EM-Fieber mitreißen lassen, sitzen mit starrem Blick vor der Live-Übertragung. Ihre Umgebung: wie ausgeblendet. Manch einen muss der Barkeeper gleich drei Mal antippen, um ihm das bestellte Bier in die Hand zu drücken.
Dann, die 21. Minute: Ballack hält drauf. Tor! Stadionstimmung im Alten Schlachthaus. Der Traum vom Viertelfinale ist greifbar nah. Doch die Freude ist nicht von Dauer. Nur neun Minuten später lässt der verhinderte Bundesliga-Profi Marek Heinz die Haller Fan-Gemeinde zittern: Sein strammer Freistoß zischt in den Winkel.
Trauer auch im Ollie's. Hier sitzen sie sogar auf der Treppe, in der vordersten Reihe steil nach oben schauend. Halbzeit, Zeit zum diskutieren: "Kevin Kuranyi schläft", und: "Peinlich gegen die B-Mannschaft".
Bessere Stimmung dann in der zweiten Halbzeit. Die Deutschen sind im Aufwind, das Tor scheint nur noch eine Frage der Zeit.
Doch dann der Gnadenstoß: Milan Baros, erst kurz zuvor eingewechselt, schiebt sich durch die Abwehr. Kahn pariert, lässt den Ball abprallen - und: es wird mucksmäuschenstill. Als wäre die Zeit stehen geblieben, kommt der Jungstar wieder ans Leder und hat keine Mühe, den Ball ins leere Tor zu schieben. Das Aus für die deutsche Elf ist praktisch besiegelt, die Stimmung ist am Boden. Keine Triumphfahrten in der Autokolonne durch Hall. Nur große Trauer in den Cafés. Der Kommentar im Würth's Bäck. "Wir haben die zweite Halbzeit dominiert. Die Tschechen haben eben ihre erste Chance verwertet". Viele sitzen auch nach dem Abpfiff regungslos da. Lassen die Wiederholungen auf sich wirken - und sind im Kopf so leer wie die Straßen draußen.

Quelle - Hallertagblatt - 25.6.2004

Dienstag, Juni 22, 2004

Regenspiele im "Zeltdooerfchen"

Vorderladerschiessen

Pulverdampf, Bohnensuppe und Wild-West-Romantik in der Zeltstadt: So hatten es sich die Macher des Vorderladerschießens samt Westerntreffen gewünscht. Doch das miese Wetter machte den Westheimer einen Strich durch die Rechnung.



Mit Erfolg am Abzug: Die Kurzwaffenschützen erzielten ein gutes Ergebnis.

Matschig, aber zu hundert Prozent authentisch: Das Lagerleben. Fotos :Thumi



Rosengarten. Starker Regen und vermutlich auch die Fußball-EM sorgten am Samstag für eine ziemlich verhangene Stimmung. An den Schießständen waren im vergleich zum letzten Jahr nur rund die Hälfte der Schützen am Abzug. Im mickrigen "Zeltdörfchen" standen gerade mal neun Zelte.
Trotz allem konnten die Teilnehmer und Besucher ein Hauch der Atmosphäre schnuppern, wie sie im "Wilden Westen" zu erleben war. Dafür sorgte auch die "Western Highway Band", das Kontrastprogramm zu König Fußball am Samstagabend

Quelle - Hallertagblatt - 21.6.2004

Montag, Juni 21, 2004

Jesus haelt den Spannungsbogen

Vereinigung / Kirchengemeinden St. Michael und St. Katharina gehören seit gestern zusammen

"Was in Christus vereint ist, kann der Kocher nicht trennen" - Krise bereitet den Weg
"Wir sind unterwegs als eine Gemeinde. Was in Christus vereint ist, kann der Kocher nicht trennen". Kurz nachdem diese Worte auf der Henkersbrücke gesprochen waren, lösten Dr. Christoph Weismann und Georg Eberhardt den Knoten im Seil. Die Botschaft des symbolischen Akts: Die Haller Kirchengemeinden St. Michael und St. Katharina sind eins.

Ralf Reichert

Schwäbisch Hall.
Annegret Wolfart, die erste Vorsitzende des Kirchengemeinderats von St. Michael, war es, die am Sonntag vor der Prozession Stellung bezogen hatte, um mit diesem Zitat von Prälat Paul Dieterich, das vor Wochenfrist bei der 600-Jahr-Feier von St. Katharina zu hören war, die Vereinigungs-Zeremonie einzuleiten.


Ein historischer Moment: Die Pfarrer Dr. Christoph Weismann (St. Michael) und Georg Eberhardt (St. Katharina) lösen auf der Henkersbrücke den Knoten im trennenden Seil. (Bild oben) Ab jetzt gehören die Haller Innenstadtgemeinden zusammen. Fotos :Thumi


Mitglieder der beiden Kirchengemeinden zogen gestern gemeinsam von St. Katharina nach St. Michael. Der Gottesdienst begann jenseits des Kochers - und wurde diesseits des Flusses fortgesetzt. Der Posaunenchor untermalte die Feierlichkeiten.

Der Knoten im Tau, das über der Henkersbrücke hing, war nicht ganz einfach zu lösen, doch als die beiden Pfarrer die Enden ihrer Stricke in den Himmel reckten, war die Freude groß. Dieses Bild passte sehr gut, denn in der Tat waren einige Hürden zu überwinden, bis der Zusammenschluss der vormals eigenständigen Haller Innenstadtgemeinden perfekt war.
Oberkirchenrätin Ilse Junkermann ging darauf in ihrer Predigt in St. Michael ein (der erste Teil des Gottesdienstes war in St. Katharina gefeiert worden, bevor man gemeinsam über den Kocher schritt). "Wer in der Kirche ist, muss Spannungen mögen": Diese Botschaft trug sie von der Kanzel herab auf die Häupter der Gläubigen. "Was ging dem Vereinigungsfest voraus?", fragte Junkermann. Die Antwort: "Erfahrene Spannungen". Die Kirche(n) in der Innenstadt, sie drohe(n) auszubluten. Viele Menschen ziehen hinaus und viel zu wenige hinein. Auch die Pfarrstellen werden gekürzt, was die Sorgen nicht eben kleiner macht. Weggucken und aussitzen? "Solche Gedanken mag es gegeben haben, doch die Tendenz, Spannungen zu mögen und daraus etwas Neues entstehen zu lassen, hat überwogen". Beide Kirchengemeinden haben also - in sinngemäßer Ableitung - die Krise als Chance begriffen. Sie sind nicht "davon gerannt" oder "starr geworden", sondern haben die "Spannungen mit Freude und Neugier aufgenommen und einen Wandel eingeleitet".
Dieser Wandel geschah freilich nicht von heute auf morgen. Auch zwischen den beiden Kirchengemeinden gab es - trotz grundsätzlicher Einigkeit - augenfällige Spannungen. "Viele Gespräche wurden geführt, Misstrauen keimte auf, Rückzugstendenzen wurden sichtbar, Konkretes musste überdacht werden und Einzelinteressen zurücktreten um des Neuen willens". Doch am Ende steht, was auch Jesus am Herzen liegt: "Die Gemeinschaft der Verschiedenen". Als "Eckstein" ist er zentraler Bestandteil der neuen Gemeinde, als "Schlussstein" bewahrt er den Spannungsbogen vor dem Einsturz.
Den Beginn einer starken Gemeinschaft im Geiste Christi feierten beide Gemeinden danach ausgiebig. Die Kinder hatten damit, wie Dr. Christoph Weismann sagte, noch nie Probleme. Viele Erwachsenen aber müssten sich an die neue Situation erstmal gewöhnen.

"Reise in die Antike" laesst keine Wuensche offen

Museumsfest / Abwechslungsreich, informativ, beschwingt:

Mode, Handwerk und Küche: von allem etwas

Linsensuppe mit Kastanien, ein Gedicht - Kinder spielen und töpfern - Schülertheater und meisterliche Gewänder: das Museumsfest in Schwäbisch Hall war ein großes, harmonisches Familienfest. Die "Reise in die Antike" war abwechslungsreich, informativ und beschwingt.

Ariane Haack-Kurz

Schwäbisch Hall
. Das Team und der Förderkreis des Hällisch-Fränkischen Museums hatten angepackt, gekocht, gebacken, gebraut und gebastelt. Kurzum: alles gemeinsam vorbereitet und organisiert. Heraus kamen kulinarische Schmankerl und köstliche Getränke. Ein Renner war die Linsensuppe mit Kastanien, das Spanferkel auf Lorbeerbett, aber auch Pasten aus Oliven oder Mostbrötchen erfreuten den verwöhnten Gaumen. Gerne probiert wurde "Conditum paradoxum", ein vollmundiger Würzwein.



Krönender Abschluss: die Modenschau mit antiken Gewändern. Dr. Bernhard Cämmerer (rechts) moderierte.
Fotos: Thumi

Einblick in römische Kochkünste.



Viel Anklang fanden die antiken Kinderspiele, von Radschlagen bis zu Kreiselspielen. Interessant der Stand "Was benutzten die Römer in der Küche" - vieles, wenn man sich die große Auswahl an Kräutern, Getreide, Obst und Gemüse anschaute. "Puls", ein Getreidebrei und Hauptessen römischer Soldaten auf Reisen, wurde hier häppchenweise verkostet.
Wirklich fest umlagert war die Töpferwerkstatt. Hier hantierten, drückten, quetschten viele Kinderhände eifrig unter Anleitung Modelle in allen Facetten. Die Lateinklasse 6 des Gymnasiums bei St. Michael zeigte die Geschichte Romus und Remulus und die von Europa. Erstaunlich, wie gekonnt die jungen Lateiner eine sogenannte "tote Sprache" mit einer Aufführung wieder zum Leben erweckten.
Der krönende Abschluss der "Reise in die Antike" bildete die kurzweilige, sehr spontane, aber dennoch wissenschaftlich äußerst fundiert moderierte Modenschau von Dr. Bernhard Cämmerer, der sich nicht scheute, gleich den Lateinlehrer Dr. Reichensperger als Modell für antike Kleidungsstücke auf die Bühne zu holen.
Mit Enthusiasmus legte er Falten, arrangierte die einfachen Gewänder und zeigte dem Publikum, dass die antike Mode nicht hauteng, sondern leger war. Die Besucher im vollbesetzten Museumshof konnten verfolgen, wie sich das einfache Gewand aus dem Quadrat der Horizontalen in die Diagonale verschob und Falten ohne Bügeleisen meisterlich entstanden.

Quelle - Hallertagblatt - 21.6.2004

Donnerstag, Juni 17, 2004

Ein Geschenk aus Tasten, Festplatten und Platinen

Fachhochschule / 21 funkelnagelneue Maschinen

Hewlett Packard spendet Server, Computer und Drucker an Haller Institut

Die Studenten von Professor Frank-Joachim Grossmann koennen seit zwei Wochen riesige Plakate im DIN A0-Format drucken - und im Labor4 stehen 21 funkelnagelneue Computer, an denen junge Menschen 3-D-Animationen programmieren, Videos schneiden oder DVD's und CD-Roms erstellen.

Holger Stroebel

Schwaebisch Hall
. Dank Hewlett Packard. Und Dank Iso Wagner. Über Mitglieder des FH-Kuratoriums hatte die Rektorin und Lehrende im Bereich der Kulturgestaltung vor knapp einem Jahr Jörg Menno Harms kennengelernt.Der Vorsitzende der Geschäftsführer der Hewlett Packard GmbH kam zu einem Vortrag, war angetan von der Arbeit der Haller Fachhochschule und so kamen die Dinge ins Rollen.



Ein Geschenk aus Tasten, Festplatten und Platinen bekam die Haller Fachhochschule: Hewlett Packard spendet Server, Computer und Drucker. Foto:THUMI

Genauer gesagt: etliche LKW's, die in den letzten Wochen knapp vor der Henkersbrücke Halt machten und kostbare Fracht ablieferten: Insgesamt 21 Personalcomputer mit Monitoren, Tastaturen, Maeusen und allem was dazu gehört. Daneben ein Drucker, mit dem man Plakate erstellen kann und ein Server - das ist ein Netzwerkrechner, der so gross und schwer ist, dass er gleich von zwei Arbeitern ins Innere der FH getragen werden musste.
"Um die 45 000 Euro" schätzt Professor Guido Kühn, dürfte der Wert der EDV-Geräte betragen, die man von Hewlett Packard geschenkt bekommen hat. Für den Computergiganten sind das wahrscheinlich kleine Fische - für die derzeit 174 Studenten, 10 Professoren und 25 Lehrbeauftragte ist das Präsent wie ein Lottogewinn. Allein der Bestand der Rechner hat sich um 25 Prozent erhöht. Plakate drucken konnte man vorher überhaupt nicht.
Gebraucht werden die schmucken schwarzen Kisten dringend. "Die Evolution in diesem Bereich verläuft in einem Wahnsinnstempo", sagt Guido Kühn, "in drei Jahren sind die Rechner veraltet". Das kann man sich nicht leisten, sagt die Rektorin: "Es ist wichtig, dass wir stets auf dem neuesten Stand sind" - "weil es eines unserer Alleinstellungsmerkmale ist", ergänzt Kühn.
Wunschlos glücklich sind die Professoren aber trotzdem nicht. "Wir bräuchten dringend weitere Räume für Ateliers", so Iso Wagner.

Quelle - Hallertagblatt - 16.6.2004

Freitag, Juni 11, 2004

Hoffnungsschimmer am Horizont

Baeder / Die Beteiligten wollen das Lehrschwimmbecken erhalten:

Jetzt sind die Gemeinden am Ball

Bleibt das Lehrschwimmbecken im Berufsschulzentrum in Hall erhalten oder wird es endgültig geschlossen? Bis Mitte Juli haben die beteiligten Gemeinden die Gelegenheit, das Ruder noch herumzureissen.

Michael Sylvester Koziol

Schwäbisch Hall.
50 000 Euro Defizit häufen sich im Jahr für den Landkreis aus dem Betrieb des Lehrschwimmbeckens auf der Tullauer Höhe an. Als das große Streichkonzert vor der Haushaltsverabschiedung in Gang kam, hätte auch es dem Rotstift zum Opfer fallen sollen. Entsprechende Beschlüsse sind gefasst. Wenn sich nichts Entscheidendes mehr tut, bleibt's beim Schließungstermin 31. Juli.


Schonfrist bis Mitte Juli: Wenn bis dahin positive Beschlüsse über Kostenbeiträge und die Bindungsfrist gefallen sind, hat das Lehrschwimmbecken auf der Tullauer Höhe noch eine echte Chance.
Foto: Thumi

Damit wollen sich viele, insbesondere die betroffenen Schulen, nicht abfinden. Die Haller könnten zwar auf das Schenkenseebad ausweichen, doch dann träfe es die Schulen aus dem Umland, weil der Schulbetrieb nicht beliebig ausgedehnt werden kann.
Also muss man sich zusammenraufen. Der Versuch dazu wurde am Montag Abend unternommen. Fast alle Beteiligten saßen an einem Tisch im Haller Rathaus und suchten nach einer Lösung, die, das ist klar, nur "Kostenbeteiligung" heißen kann.
Bereitschaft, das Bad für die Grundschulen und die Sprachheilschule zu erhalten, besteht bei allen, resümiert OB Hermann-Josef Pelgrim. Entscheidend wird der Beitrag der Partner sein. Darüber sollen sich bis Mitte Juli die zuständigen Gremien in den Umlandkommunen Gedanken machen - und entscheiden. Dabei geht's nicht nur um einen finanziellen Beitrag, durch den die Betriebskosten und damit das Defizit deutlich gesenkt werden können, es geht auch um eine längerfristige Bindung der jeweiligen Gemeinden. Denn mit einem Betrag, der sich an der Nutzung des Bades orientiert, allein ist es nicht getan. Die erforderlichen Investitionen durch die Stadtwerke erscheinen nur als sinnvoll, wenn diese Partnerschaft langfristig angelegt ist. Der Termin Mitte Juli wurde bewusst so gelegt, um den betroffenen Schulen die Möglichkeit zur Planung zu geben.
Ein zweiter Aspekt stand auf der Tagesordnung: Das Michelbacher Bad ist bekanntlich gefährdet. Die Stadtwerke Schwäbisch Hall wollen sich Gedanken darüber machen, wie die Betriebskosten für das kleine Hallenbad gesenkt werden können. Dabei wird auch an Synergieeffekte gedacht. Auch hier konzentriert sich alles auf das Ziel, dieses Bad zu erhalten.

Queele Hallertagblatt - 9.6.2004