Freitag, Juni 11, 2004

Hoffnungsschimmer am Horizont

Baeder / Die Beteiligten wollen das Lehrschwimmbecken erhalten:

Jetzt sind die Gemeinden am Ball

Bleibt das Lehrschwimmbecken im Berufsschulzentrum in Hall erhalten oder wird es endgültig geschlossen? Bis Mitte Juli haben die beteiligten Gemeinden die Gelegenheit, das Ruder noch herumzureissen.

Michael Sylvester Koziol

Schwäbisch Hall.
50 000 Euro Defizit häufen sich im Jahr für den Landkreis aus dem Betrieb des Lehrschwimmbeckens auf der Tullauer Höhe an. Als das große Streichkonzert vor der Haushaltsverabschiedung in Gang kam, hätte auch es dem Rotstift zum Opfer fallen sollen. Entsprechende Beschlüsse sind gefasst. Wenn sich nichts Entscheidendes mehr tut, bleibt's beim Schließungstermin 31. Juli.


Schonfrist bis Mitte Juli: Wenn bis dahin positive Beschlüsse über Kostenbeiträge und die Bindungsfrist gefallen sind, hat das Lehrschwimmbecken auf der Tullauer Höhe noch eine echte Chance.
Foto: Thumi

Damit wollen sich viele, insbesondere die betroffenen Schulen, nicht abfinden. Die Haller könnten zwar auf das Schenkenseebad ausweichen, doch dann träfe es die Schulen aus dem Umland, weil der Schulbetrieb nicht beliebig ausgedehnt werden kann.
Also muss man sich zusammenraufen. Der Versuch dazu wurde am Montag Abend unternommen. Fast alle Beteiligten saßen an einem Tisch im Haller Rathaus und suchten nach einer Lösung, die, das ist klar, nur "Kostenbeteiligung" heißen kann.
Bereitschaft, das Bad für die Grundschulen und die Sprachheilschule zu erhalten, besteht bei allen, resümiert OB Hermann-Josef Pelgrim. Entscheidend wird der Beitrag der Partner sein. Darüber sollen sich bis Mitte Juli die zuständigen Gremien in den Umlandkommunen Gedanken machen - und entscheiden. Dabei geht's nicht nur um einen finanziellen Beitrag, durch den die Betriebskosten und damit das Defizit deutlich gesenkt werden können, es geht auch um eine längerfristige Bindung der jeweiligen Gemeinden. Denn mit einem Betrag, der sich an der Nutzung des Bades orientiert, allein ist es nicht getan. Die erforderlichen Investitionen durch die Stadtwerke erscheinen nur als sinnvoll, wenn diese Partnerschaft langfristig angelegt ist. Der Termin Mitte Juli wurde bewusst so gelegt, um den betroffenen Schulen die Möglichkeit zur Planung zu geben.
Ein zweiter Aspekt stand auf der Tagesordnung: Das Michelbacher Bad ist bekanntlich gefährdet. Die Stadtwerke Schwäbisch Hall wollen sich Gedanken darüber machen, wie die Betriebskosten für das kleine Hallenbad gesenkt werden können. Dabei wird auch an Synergieeffekte gedacht. Auch hier konzentriert sich alles auf das Ziel, dieses Bad zu erhalten.

Queele Hallertagblatt - 9.6.2004