Dienstag, August 01, 2006

INTERVIEW mit Ex-Bundesligaprofi Andreas Zeyer

: "Training in kleinere Gruppen splitten"

276 mal spielte Alexander Zeyer in der Fußball-Bundesliga. 2004 hängte der heute 38-Jährige die Kickschuhe an den Nagel. Der Mittelfeldspieler erzielte in seiner Laufbahn 31 Tore, davon 27 für den SC Freiburg. Der gebürtige Heidenheimer war einer von vier Ex-Profis beim Jugendtraining. Thumilan Selvakumaran sprach mit ihm.


Andreas Zeyer (38) kickte bis 2004 beim SC Freiburg. Mit seinen 236 Bundesligaeinsätzen hält er noch heute den Einsatzrekord bei den Badenern. FOTO: THUMI

Wie wichtig ist das heutige Training für den Nachwuchs?

ANDREAS ZEYER: Ich denke, dass solche Camps mehr für den Spaß organisiert werden. Das hier ist einfach eine schöne Abwechslung für die Kinder. Die richtige Arbeit, also die Förderung und Ausbildung der jungen Kicker, muss weiterhin von den Vereinen gemacht werden.

Und worauf sollten die Vereine dabei achten?

Dass sie den Kindern und Jugendlichen das Fußballspielen richtig beibringen. Dazu gehört in erster Linie die Ballkontrolle. Alles andere ist natürlich auch wichtig, bringt aber nicht viel, wenn man nicht mit dem Ball klar kommt.

Sehen Sie darin eine Schwäche unserer Nachwuchskicker?

So direkt nicht. Aber wenn in einem normalem Training über 20 Kinder auf dem Feld stehen und manche nie den Ball bekommen, dann können die auch keine echte Begeisterung für diesen Sport entwickeln.

Haben Sie eine Lösung für das Problem?

Ganz klar: Man sollte die Kinder, die während des Trainingsablaufs nur selten an den Ball kommen, genauso fördern, wie diejenigen, die das Geschehen schon beherrschen. Am Besten geht das natürlich, wenn das Training in kleinere Gruppen gesplittet wird.

Können Sie sich vorstellen, öfters an Veranstaltungen wie der heutigen mitzuwirken?

Mal sehen. Ich mache das heute zum ersten Mal. Das kann ich erst nach dem Training entscheiden.

Quelle - Hallertagblatt 21.7.2006