Donnerstag, August 17, 2006

"Wie die Geburt eines Kindes"

MOTORSPORT / Thomas Flöther aus Hall baut den Rennwagen-Klassiker "Cobra"

Sport-Boliden mit 720 PS - Jedes Fahrzeug ein Einzelstück

THUMILAN SELVAKUMARAN



Thomas Flöther (47) aus Hall liebt den Rennsport und seine Cobras. Mehrstündige Rennen kann er aus gesundheitlichen Gründen nicht fahren. Dafür baut er aber die Autos selber. Für jedes Fahrzeug braucht er etwa ein Jahr. FOTO: THUMI

Ein rassiger Sport-Bolide mit 720 PS, sieben Liter Hubraum und einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 300 Stundenkilometer. Ganz klar: Die Kraft der Cobra lässt Ferrari- und Porsche-Fahrer vor Neid erblassen und Männer-Herzen höher schlagen. Für Florian Flöther (47) aus Hall ist diese Leidenschaft eigentlich Alltag. Er fährt diese Autos nicht nur, sondern baut sie auch. Alleine, in seiner Werkstatt, nahe der Auwiese.

Traum des Rennfahrers

"Rennsport hat mich eben schon immer fasziniert", sagt er. Mit dem Traum des amerikanischen Rennfahrer Carroll Shelby sei er aufgewachsen: einen Sportwagen mit leichtem Chassis (Karosserie) bauen, der an Kraft kaum zu bändigen ist und "sogar Motorräder in den Schatten stellt."

Das Ergebnis von Shelby war eine gelbe Cobra AC, die im Jahr 1962 ausgeliefert wurde. Dieser Sportwagen hatte einen 4,2-Liter-V8-Motor. Das war der Beginn einer weltweiten Erfolgsgeschichte.

Der gelernte Motorrad-Mechaniker-Meister Florian Flöther lebt diesen Traum weiter - mit ganz eigener Vorstellung. "Anfangs habe ich die süddeutsche Niederlassung eines Kölner Cobra-Unternehmens übernommen. Schnell war mir aber klar, dass sie keine Ahnung von diesen Fahrzeugen hatten". Flöther stieg aus der Firma aus und baute seinen eigenen Betrieb in Hall auf.

Unterstützung bekommt er dabei nicht. Er arbeitet gerne alleine. "Um eine komplette Cobra aufzubauen, brauche ich dann schon ein Jahr." Dann müsse er aber jeden Tag acht Stunden hart schuften. Dass Florian Flöther zu den Autos dann eine besondere Beziehung hat ist nicht verwunderlich: "Schließlich habe ich ein ganzes Jahr daran gearbeitet und jede einzelne Schraube in der Hand gehabt."

Der Moment, in dem der Motor im fertigen Auto erstmals anspringt, ist für den Autobauer das schönste Gefühl. "Das ist wie die Geburt eines Kindes." Selbst fahren darf er die Cobras aber nur in den ersten Wochen, um die Sportwagen zu testen und das Fahrwerk abzustimmen." Sobald alle Arbeiten abgeschlossen sind, werden die Autos an die Kunden ausgeliefert.

Keine eigene Cobra

Wer denkt, dass Florian Flöther damit richtig viel Geld verdienen würde, liegt falsch. "Es reicht gerade, um die Unkosten abzudecken. Mehr ist aber nicht drin." Eine eigene Cobra konnte er sich bislang nicht leisten.

Er experimentiert lieber mit den Kundenmodellen. "Jedes Fahrzeug wird ein Einzelstück, da die Technik von Auto zu Auto immer weiter entwickelt wird." Besonders stolz ist er auf das eigens konzipierte Hard-Top, das mit dem Design der Cobra harmoniert, und das Auto auch regentauglich macht. "Das hat sonst keiner", sagt er.

Auf dem ersten Platz

Die neuste Entwicklung von Florian Flöther ist eine Rennmaschine. Eine Cobra mit 900 Kilo Gewicht und einer Höchstgeschwindigkeit von weit mehr als 300 Stundenkilometer. Zusammen mit seinem Fahrer Martin Krück hat er im Oktober einen Test bei einem Rennen auf dem Nürburgring gewagt. Aus gesundheitlichen Gründen kann er nicht selber Rennen fahren. "Damals war die Cobra noch nicht ganz fertig - wir hatten einen kleineren Motor drin." Trotzdem schaffte es der Rennwagen auf Platz eins. "Wir hatten sogar eine Runde Vorsprung zum Zweitplatzierten."

Durch die Kontakte zu Uwe Nittel, Ralley-Vizeweltmeister aus der Nähe von Aalen, und seinem Fahrer Krück will sich Flöther künftig mehr im Rennsportbereich engagieren. "Mir ist klar, dass wir mit unserer Maschine vorwiegend konkurrenzlos fahren. Aber so können wir gelassener in die Rennen gehen und werden trotzdem sämtliche Ferraris und Porsches in den Schatten stellen."

Erscheinungsdatum, -zeit: Samstag 12.08.2006, 7:30 Uhr
Quelle - Hallertagblatt

Den Nachwuchs unterstützen

SERVICE-CLUB / Kiwanis spendet insgesamt 14000 Euro

Jüngste Spende geht an Ferientagheim der evangelischen Gesamtkirchengemeinde

Der Kiwanis-Club Schwäbisch Hall spendetet kürzlich 2000 Euro an das Ferientagheim im Sonnenhof. Damit liegt die gesamte Spendensumme, den der Service-Club in diesem Jahr gestiftet hat, bei 14000 Euro.

THUMILAN SELVAKUMARAN


Werner Schuch überreicht die Spende an das Ferientagheim. Martin Egner, Margot Gropper und die Kinder nahmen die Spende dankend an. FOTO: ARSLAN

SCHWÄBISCH HALL Bisher hat die Öffentlichkeit aber nur recht wenig von der Hilfsbereitschaft des Kiwanis-Clubs gehört. Werner Schuch, der auch schon Präsident des Haller Clubs war, vermied es, große Aufmerksamkeit auf die Taten zu lenken. Sein Motto ist es, gutes zu tun, aber keinen großen Hehl daraus zu machen.

Auf Druck der Kollegen im Vorstand von Kiwanis Deutschland soll er nun seine zurückhaltende Art aufgeben. "Wir haben noch damit zu kämpfen, dass Kiwanis nicht bekannt ist und stets der Vergleich zu Rotary oder Lions hergestellt werden muss."

Die Summe, die in diesem Jahr gespendet wurde, ist alles andere als gering. Insgesamt sind es 14000 Euro. Verteilt wurden das Geld an: Grundschule Hessental zur Finanzierung eines Sportgruppenleiters, das UN-Planspiel H-Mun, Kindergärten in ll zum Erwerb von Lehrmaterial, denr Kinderschutzbund zur Unterstützung von Scheidungkindern, den Landkreis für die Fortführung der Suchtprävention, die vergessenen Kinder von Tschernobyl, Erdbebenopfer in Pakistan und für die Glocken von St. Michael.

Die jüngste Spende bekam das Ferientagtagheim im Sonnenhof. Das Angebot der evangelischen Gesamtkirchengemeinde für daheimgebliebene Kinder in den Sommerferien hat eine lange Tradition. Mehrere Jahrzehnte war es im "Haus der Jugend" im Hübschen Weg untergebracht. Nach dem Verkauf des Gebäudes wurde das Angebot 2003 in den Sonnenhof verlegt. Dort werden über die Ferienzeit mehrere hundert Kinder betreut. Mit dieser Unterstützung soll das ehrenamtliche Engagement gewürdigt werden.

Das diesjährige Motto lautet: "Bleib am Ball, mach mit! Ferientagheim ist der Hit!" Es nehmen 240 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren teil, darunter viele Kinder mit Behinderung. Um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, werden die Kinder von 50 Jugendlichen beschäftigt und angeleitet.

Der Kiwanis-Club Hall gehört zum Dachverband Kiwanis Deutschland. Ziel ist es, den Nachwuchs - vom Kleinkind bis zum Studenten - dort zu unterstützen, wo Staat oder Wohlfahrtsverbände nicht ausreichend oder gar nicht helfen können.

Erscheinungsdatum, -zeit: Samstag 12.08.2006, 7:30 Uhr
Hallertagblatt

Bahn hat die volle Verantwortung

VERKEHR / Innenminister Rech antwortet auf Anfrage des Landtagsabgeordneten Bullinger

Handlungsbedarf an Haller Bahnhöfen - Bernd Stadel zeigt sich wenig optimistisch

In einem Punkt sind sich Land und DB Station&Service AG einig: Die Zustände des Haller und Hessentaler Bahnhofs erfordern Handlungsbedarf. Das zeigt ein Überblick des Bahnhofsentwicklungsprogramms, das kürzlich auf Anfrage des Landtagsabgeordneten Bullinger (FDP) vorgelegt wurde.

THUMILAN SELVAKUMARAN


Das Empfangsgebäude des Haller Bahnhofes muss laut Innenminister saniert werden. Wann dort aber etwas passiert, steht in den Sternen. FOTO: ARSLAN

SCHWÄBISCH HALL Nach Einschätzung von Land und Bahn schneidet der Haller Bahnhof im Vergleich zum Hessentaler deutlich schlechter ab. Besonders beim Erscheinungsbild der Anlage, bei den Zuständen des Empfangsgebäudes und in der Aufenthaltsqualität sei "überwiegend hoher Handlungsbedarf" nötig. In Hessental dagegen herrsche nur "mittlerer Handlungsbedarf" - was immer das heißen soll!

Erster Bürgermeister Bernd Stadel ist über diese Einschätzung entsetzt. "Ich sehe auch in Hessental viele Mängel, besonders in der Aufenthaltsqualität."

Im Schreiben von Innenminister Heribert Rech auf die kleine Anfrage Dr. Friedrich Bullingers heißt es, die Bahn plane für 2007 die Hessentaler Bahnsteigausstattung wie Beleuchtung, Wetterschutz und Uhren zu erneuern. Außerdem seien Gespräche zwischen dem Bahnhofmanagement Ulm und der Stadt im Gange, um auch die Situation in Hall zu verbessern.

"Ganz so optimistisch würde ich das nicht sehen", sagt Stadel. "Natürlich haben die mit uns gesprochen. Wir sind mit der Bahn seit Jahren in Kontakt. Von konkreten Lösungsmöglichkeiten war nie die Rede."

Stadel ärgert sich über das "Benehmen der Bahn", wo doch klar sei - und auch vom Land bestätigt wurde - dass sie die volle Verantwortung für den Zustand der Bahnhöfe hat. "Sie haben aber den baulichen Unterhalt sträflich vernachlässigt", so Stadel. Das liege daran, dass Mittel vorwiegend in den Ausbau der Fern- und Hochgeschwindigkeitsnetze gesteckt würden. Vielleicht liegt es auch daran, dass Sanierungsmaßnahmen nicht vom Land bezuschusst werden. In der ÖPNV-Infrastrukturförderung sind laut Innenminister Rech lediglich Neu- und Ausbaumaßnahmen inbegriffen.

"Vielleicht ist es die Strategie der Bahn, die Gemeinden unter dem Druck der Bürger aktiv werden zu lassen." Ein Beispiel Stadels ist die Beseitigung der Graffiti und die Montage der Schienen für Kinderwagen auf Initiative der Stadt und der Maler-Innung: "Zuständig wäre eigentlich die Bahn."

Erscheinungsdatum, -zeit: Donnerstag 10.08.2006, 7:30 Uhr
Hallertagbltt

25 Prozent Strom aus erneuerbarer Energie

STADTWERKE HALL / Bauvorhaben kostet sieben Millionen Euro - Fünf Megawatt Leistung

Die Stadtwerke werden künftig 25 Prozent ihres Stroms aus erneuerbaren Energien produzieren. Damit mischen sie bundesweit ganz vorne mit. Zuvor muss aber das Pflanzenöl-Kraftwerk an der Salinenstraße in Betrieb gehen. Richtfest war am Montag.

THUMILAN SELVAKUMARAN

Stadträte und Oberbürgermeister feierten gemeinsam mit den Mitarbeitern vom Bau und der Stadtwerke, mit Architekten, dem Planungsteam und weiteren Gästen das Richtfest des Pflanzenöl-Kraftwerks an der Haller Salinenstraße. Im Bild sind (von links) Michelfelds Bürgermeister Wolfgang Binnig, Dieter Vogt, Helmut Kaiser, Hartmut Baumann, Hans Georg Reber, OB Pelgrim und Stadtwerke-Prokurist Gebhard Gentner.
FOTO: THUMI

SCHWÄBISCH HALL Die Strategie der Haller Stadtwerke ist klar: weiter auf erneuerbare Energien bauen. Das bestätigte auch Hermann-Josef Pelgrim, der am Montag nicht nur als Oberbürgermeister, sondern auch als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stadtwerke die Eröffnungsrede hielt.

"Die Vorkommen von Öl und Gas sind für 60 Jahre gesichert. Steinkohle und Braunkohle für 200 Jahre. Was ist das aber im Verhältnis zur Stadt, die seit 850 Jahren besteht?" Schon heute liegt der Stadtwerke-Anteil an regenerativem Strom im Netz bei zehn Prozent. Nach Inbetriebnahme des Pflanzenöl-Kraftwerks an der Salinenstraße werden es sogar 25 Prozent sein. "Durch dieses Kraftwerk kann der Ausstoß von 33000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr verhindert werden. Damit machen wir in ganz Deutschland auf uns aufmerksam."

Das ganze Vorhaben kostet die Stadtwerke sieben Millionen Euro. "Hier sind wir aber auf der Zukunftsseite", ist sich Pelgrim sicher und deutet auf die Beinahe-Katastrophe im Atomkraftwerk Forsmark I in Schweden hin. Dort konnte letzte Woche nur knapp ein zweites Tschernobyl verhindert werden.

In der Salinenstraße kann das nicht passieren. Dort wird Strom aus biologischen Substanzen hergestellt - zu 90 Prozent aus asiatischem Palmöl und zu zehn Prozent aus regionalem Rapsöl.

Der 70 Tonnen schwere Pflanzenöl-Motor wurde am Samstag mit einem Kran eingesetzt. Er kann bis zu fünf Megawatt Strom produzieren - genug für 10000 Haushalte. Ende Oktober soll der Probebetrieb beginnen.

Erscheinungsdatum, -zeit: Mittwoch 09.08.2006, 7:30 Uhr
Hallertagblatt

Leichte Kleidung gefragt

SCHLUSSVERKAUF / Händler ziehen Bilanz

Das heiße Wetter der vergangenen Wochen hat die Kauflust der Haller kaum getrübt. Im Gegenteil: Kurze Hosen, Röcke, Blusen und vor allem Badebekleidung waren die Kassenschlager beim Sommerschlussverkauf. Die meisten Händler sind mit dem Verlauf zufrieden.

THUMILAN SELVAKUMARAN


Trotz des heißen Wetters der vergangenen Wochen waren die Läden keineswegs leer. Die meisten Einzelhändler sind mit dem Schlussverkauf zufrieden. FOTO: ARS

SCHWÄBISCH HALL "Unsere Erwartungen wurden voll erfüllt", sagt Egbert Baumgärtner, Filialleiter eines Modegeschäfts in der Neuen Straße. "Wir hatten eine hervorragende Saison. Auch unserer Jubiläumsverkauf verlief äußerst positiv."

Leichte Sommerartikel wie kurze Hosen und Badebekleidung waren im Sportgeschäft im Haller Westen gefragt. "Der Verkauf lief um Längen besser als im vergangenen Jahr", sagt Filialleiter Fred Adolf.

Ähnlich sieht es Hanne Tränkner, Betreiberin eines Wäschegeschäfts in der Gelbinger Gasse. "Da hat alles gepasst. Das warme Wetter und der Sommerschlussverkauf haben die Kunden noch einmal richtig zum Kaufen animiert." Ihr war aufgefallen, dass kleinere Preisnachlässe und Billigware kaum beachtet wurden. "Insgesamt hat sich der Sommerschlussverkauf aber gelohnt. Wir konnten die Lager weitestgehend räumen."

Das ist schließlich auch das Ziel des Schlussverkaufes, den es offiziell eigentlich nicht mehr gibt. "In dieser Form werden wir es aber garantiert beibehalten", ist sich Tränkner sicher.

Auch Winfried Lenarz, Herrenausstatter aus der Neuen Straße, ist von der Aktion überzeugt. "Ich werde auch weiterhin, parallel zu den traditionellen Terminen, im Sommer und Winter einen Schlussverkauf anbieten."

Erscheinungsdatum, -zeit: Mittwoch 09.08.2006, 7:30 Uhr
Hallertagblatt

Gefahrenpunkte im Haller Straßennetz

UNFALLSTATISTIK

Laut Unfallstatistik des Haller Ordnungsamts und der Polizei tauchen 17 Gefahrenpunkte im Haller Verkehrsnetz auf (siehe auch Seite 15). Es wurden verschiedene Entschärfungsmöglichkeiten gesucht.

THUMILAN SELVAKUMARAN

SCHWÄBISCH HALL
Erstmals in dieser Statistik sind folgende Verkehrsabschnitte aufgetaucht:

· Stuttgarter Straße auf Höhe der Abzweigung zum Waldfriedhof

· die Ausfahrt vom Diak auf die Heilbronner Straße

· die Abzweigung der Sulzdorfer Straße auf die Bühlertalstraße in Hessental

· und die Abzweigung von der Unterlimpurger Straße auf die Steinbacher Straße.

Die Stuttgarter Straße liegt hierbei mit 16 Unfällen im Erfassungszeitraum 2004/2005 ganz vorne. "Die Straße ist übersichtlich. Wir haben sogar Griffigkeitstests durchgeführt, können aber nicht erklären, wie diese Häufung zu Stande kommt. Vermutlich liegt es an überhöhte Geschwindigkeiten", sagt Jürgen Merwald von der Polizei. Dort wird künftig, das berichtet Ordnungsamtsleiter Manfred Gentner, vermehrt die Geschwindigkeit kontrolliert.

"Das dient aber nicht zur Bereicherung der Stadtkasse, sondern zur Entschärfung der Gefahrenquelle", so Gentner. Die selbe Maßnahme hatte auch schon die Abzweigung Schenkenseestraße zur Bühlertalstraße entschärft, ein früherer Unfallhäufungspunkt.

Ebenfalls auf der Stuttgarter Straße, am Gaildorfer Dreieck, kam es zu zahlreichen Kollisionen. Seit 1994 kracht es dort vermehrt. "Bei einer Belastung von 20000 Fahrzeugen pro Tag sind 13 Verkehrsunfälle in zwei Jahren aber relativ wenig", sagt Gentner. Die Polizei führt das auf verminderte Aufmerksamkeit und überhöhtes Tempo zurück. Auch hier solle Tempo-Kontrollen vorgenommen werden.

Auf der gleichen Strecke, auf der B14/B19 an der Johanniterstraße ist die Problematik mit der Verkehrslage klar. An der Einfahrt zum Ritter-Parkhaus und am Scharfen Eck an der Einmündung zur Heimbacher Gasse hat es in den letzten beiden Jahren 25 mal gescheppert.

"Besonders gefährlich ist hierbei die Einfahrt ins Parkhaus aus Richtung Friedensbrücke kommend", sagt Gentner. Grund: Der von der Heimbacher Gasse auf die Johanniterstraße einbiegende Verkehr hat Vorfahrt. "Diese Autos sieht man erst sehr spät." Mit einem Stopp-Schild sollte die Lage etwas beruhigt werden. "Das Schild wird aber oft gar nicht beachtet", sagt Merwald. Dort soll künftig verstärkt kontrolliert werden. "Mit dem Weilertunnel wäre das Problem am besten gelöst", sag Gentner.

Ein altes Problem ist die Kreuzung Robert-Bosch-Straße/Steinbeisweg. Zehn Verkehrsunfälle hat es dort in den letzten zwei Jahren gegeben. "Wir haben zusätzlich zur abknickenden Vorfahrt eine Rechtsabbiegerspur gefordert", sagt Gentner. Der Gemeinderat hat die Wirkung aber bezweifelt und das 50000 Euro teure Projekt abgelehnt.

häufungspunkte

Gaildorfer Dreieck (13 Unfälle), Scharfes Eck (11), Kreuzung Friedensbrücke (11), Gaildorfer Straße/Sudetenweg/Heimbacher Dorfstraße (5), Gaildorfer Straße/Aschenhausweg (4), Johanniterstraße(Einfahrt Parkhaus Ritter (14), Kreisverkehr Neue Reifensteige (26), Crailsheimer Straße/Ellwanger Straße (9), Crailsheimer Straße/Zwinger (7), Crailsheimer Straße/Schenkenseestraße (4), Robert-Bosch-Straße/Steinbeisweg (10), Robert-Bosch-Straße/Daimlerstraße (6), Steinbeisweg/Daimlerstraße (8), Komberger Weg/Ziegeleiweg (6), Stuttgarter Straße bei Optima (16), Ausfahrt Diak (8), Bühlertalstraße/Sulzdorfer Straße (5), Steinbacher Straße/Unterlimpurger Straße (7).

Weiterführende Links:
Mini-Kreisel am schlechtesten

Erscheinungsdatum, -zeit: Montag 07.08.2006, 7:30 Uhr
Haller Tagblatt

Mini-Kreisel am schlechtesten

UNFALLSTATISTIK / 17 Gefahrenstellen in Hall, an denen es 2004 und 2005 mehrfach gekracht hat

Markierungsstreifen sollen Kreuzung Neue Reifensteige/Sudetenweg entschärfen

Es gibt 17 Strecken und Kreuzungen in Hall, da sollten Autofahrer besondere Vorsicht walten lassen. Dort hat es in den vergangenen beiden Jahren vermehrt gekracht. 13 Gefahrenstellen, die in den Jahren davor aufgefallen waren, sind entschärft worden. Fünf neue kamen aber dazu.

THUMILAN SELVAKUMARAN


Im Kreisverkehr an der Neuen Reifensteige hat es in den vergangenen zwei Jahren 26 mal gekracht.
FOTO: THUMI SELVAKUMARAN

SCHWÄBISCH HALL
"Die Auswertung dieser Statistik dient der Feststellung von Gefahrenstellen im Verkehrsnetz", erklärt Jürgen Merwald. Er arbeitet im Referat Verkehr des Führungs- und Einsatzstabes bei der Haller Polizeidirektion. "Wenn neue Unfallschwerpunkte in der Statistik auftauchen, können wir bei Verkehrsschauen analysieren, wie sie entschärft werden können", sagt Manfred Gentner, Chef des Fachbereichs Bürgerdienste und Ordnung in Hall. Das könne durch bauliche Maßnahmen oder durch Schilder oder Signale geschehen.

Aufgefallen sei, so Merwald, dass an offensichtlich gefährlichen Kreuzungen weniger passiere, als an "normaleren". Die Ursache hierfür kennt Gentner: "Wenn man weiß, dass es an einer bestimmten Stelle gefährlich ist, gibt man auch besonders Acht." Sonst fehle meist die Aufmerksamkeit - der Hauptgrund für die meisten Unfälle durch Vorfahrtsmissachtung oder Auffahren.

Dringenden Handlungsbedarf sehen Merwald und Gentner am Kreisverkehr an der Kreuzung Neue Reifensteige/Sudetenweg. Im Erfassungszeitraum 2004/2005 hat es dort 26 mal gekracht. "Kleinere Bagatellschäden sind da nicht mitgerechnet", sagt Jürgen Merwald. Bei den Unfällen wurden fünf Personen leicht verletzt, zwei schwer.

Manfred Gentner führt die Unfallhäufigkeit auf die Bauart des Kreisels zurück. "Vom Luckenbacher See kommend, sieht man die Flucht in Richtung Neue Reifensteige. Den Mini-Kreisel selbst übersieht man aber schnell." Merwald ergänzt: "Oft wird nicht im Kreis, sondern über die Anhebung gefahren."

"Ein großer Kreisverkehr, ähnlich wie in Hessental, hat in der Mitte eine höhere Anhebung, die das Überfahren unmöglich macht", erläutert Gentner. "Der würde die Unfallzahlen auf der Neuen Reifensteige sicher senken." Ursprünglich war auch dort ein solcher Kreisverkehr geplant. Der hätte damals rund 150000 Euro gekostet. "Die Stadt wollte aber Geld sparen und hat die kleinere Version für 15000 Euro gebaut." Gentner weiß, dass dies die falsche Entscheidung war. "Der Mini-Kreisel ist nicht für die Belastungen mit täglich mehr als 15000 Fahrzeugen ausgelegt."

Wenn ein großer Kreisverkehr genehmigt werden sollte, könnte dieser aufgrund des Doppelhaushaltes frühestens 2008 gebaut werden. "Bis dahin wollen wir eine andere Möglichkeit testen", meint Gentner. Dabei handelt es sich um gelbe Markierungsstreifen, die kegelförmig zur Mitte zulaufen. Das soll Autofahrer auf die Gefahrenstelle hinweisen. "Ob es wirkt, wissen wir nicht. Mit den Haifischzähnen, einer Zacken-Bemalung auf der Straße, konnte auch die Kreuzung in Altenhausen entschärft werden."

Weiterführende Links:

Gefahrenpunkte im Haller Straßennetz

Erscheinungsdatum, -zeit: Montag 07.08.2006, 7:30 Uhr
Quelle - hallertag blatt-7.8.2006

Vermisster tot aufgefunden

THUMI

Mit höchster Wahrscheinlichkeit handelt es sich
bei der gefundenen Leiche um Pascal Rudy.


SCHWÄBISCH HALL Ein Förster hat am Mittwochmorgen eine Leiche in einem dichten Waldstück bei Bibersfeld entdeckt. Die Polizei geht mit höchster Wahrscheinlichkeit davon aus, dass es sich dabei um den 40-jährigen Pascal Rudy aus Bibersfeld handelt. Er war am Mittwoch, 28. Juni, mit dem Fahrrad aufgebrochen und wurde seitdem nicht mehr gesehen (wir berichteten).

Um die Identität auch rechtlich nachzuweisen, müsse allerdings die DNA-Analyse abgewartet werden, die bis heute Mittag ausgewertet wird. Die Polizei schließt Fremdverschulden bei der Todesursache aus.

Großangelegte Suchaktionen mit zahlreichen Polizeibeamten, Hubschrauber, Suchhunden und Privatpersonen verliefen im Vorfeld ergebnislos. Der Bibersfelder hinterlässt Frau und zwei Kinder.

Erscheinungsdatum, -zeit: Freitag 04.08.2006, 7:30 Uhr
Hallertagblatt-4.8.2006

Post im Teurershof geschlossen

GESCHÄFTSWELT / Kooperation mit Spar-Marktbetreiber durch Aufhebungsvertrag aufgelöst

Frank sieht kein schwerwiegendes Fehlverhalten - Neuer Partner wird gesucht

Die Partner-Filiale der Post im Teurershof wurde gestern Vormittag überraschend geschlossen. Die Deutsche Post AG wolle nicht mehr mit dem Partner zusammenarbeiten. Über die Hintergründe hüllt sich sowohl Post als auch der Betreiber in Stillschweigen.

THUMILAN SELVAKUMARAN



Die Post war bis Mittwoch mit einem Schalter im Spar-Markt im Teurershof vertreten. Jetzt sucht sie nach einem neuen Partner. FOTO: ARSLAN

SCHWÄBISCH HALL Der Postschalter im Spar-Markt im Teurershof, in der Stauferstraße 10, war gestern unbesetzt. Wer dort seine Pakete verschicken oder Briefmarken kaufen wollte, musste enttäuscht von dannen ziehen. Die Partner-Filiale wurde quasi über Nacht von der Deutschen Post AG geschlossen.

Zu den Gründen, die zu dieser Trennung geführt haben, wollte sich Hugo Gimber, regionaler Ansprechpartner der Post, nicht genau äußern. "Das ist kein Thema, das wir öffentlich diskutieren wollen." In der Pressemitteilung heißt es: "Eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit ist aus Gründen, die nicht im Verantwortungsbereich der Deutschen Post AG liegen, nicht möglich."

Auch Roland Frank, Betreiber der Partner-Filiale und des Spar-Marktes, will keine klaren Äußerungen machen. Das sei vertraglich mit der Post geregelt. Über das Finanzielle spricht er aber: "Ich habe stets vorne mehr reingesteckt, als hinten rauskam." Genauer ginge es um einen monatlichen dreistelligen Euro-Betrag, den ihm die Kooperation mit der Post gekostet hat. "Jetzt brauche ich wenigstens nicht mehr draufzuzahlen."

Fakt ist, dass ihm die Post einen Aufhebungsvertrag angeboten und damit auf die Kündigungsfrist von sechs Monaten verzichtet hat. Frank selbst sieht kein schwerwiegendes Fehlverhalten, deutet aber an, dass es Beschwerden der Kunden gab.

Für die etwa 4800 Bewohner des Teurershofs heißt es, dass sie künftig - zumindest so lange, bis ein neuer Partner gefunden ist - Pakete in weiter entfernte Filialen bringen müssen. Für kleinere, bereits frankierte Sendungen, ist ein Briefkasten vorhanden.

Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim drängt auf eine schnelle Lösung. "Eine Postfiliale vor Ort ist ein wichtiger Pfeiler der öffentlichen Infrastruktur. Ein Rückzug der Deutschen Post AG aus dem Teurershof wäre nicht akzeptabel", so Pelgrim.

Die Bundesnetzagentur schreibt vor, dass die Post in solchen Fällen innerhalb von drei Monaten eine Filiale eröffnen muss. Dazu müsste über einen neuen Betreiber hinaus auch ein neuer Standort auf dem Teurershof gefunden werden.

Erscheinungsdatum, -zeit: Freitag 04.08.2006, 7:30 Uhr
Hallertagblatt - 4.8.2006