Dienstag, Februar 14, 2012

Dünne Masken, warme Socken Hallia Venezia lockt 3500 Besucher an

Phantasievoll, farbenprächtig und frostig kalt: Hallia Venezia lockt am Sonntag rund 3500 Besucher nach Hall. Mehrere Dutzend Akteure präsentieren ihre Kostüme in der Altstadt und am Froschgraben.

THUMILAN SELVAKUMARAN

Schwäbisch Hall Langsam schreitet sie mit ihrem breiten, schwarzen Reifrock den Marktplatz entlang - das Gesicht hinter einer dünnen Maske versteckt. Ein großer Pulk versammelt sich um sie: Männer, Frauen, Kinder - manche den Mund weit geöffnet. Es klickt, es blitzt: Die Besucher sind entzückt.

"Das ist mit das Schönste", sagt und staunt die zwölfjährige Julia Romankiv aus Hall und deutet auf die Maskenträgerin. "Aber auch das grüne Kostüm ist hübsch, das erinnert mich an Frühling."

Mehrere Akteure von Hallia Venezia, die teils monatelang an ihren Kostümen geplant und geschneidert haben, präsentieren sich am Sonntag in Halls Gassen, auf dem Marktplatz und am Froschgraben. Angereist sind etliche Fotografen - teils mit sündhaft teuren Kameras und langen Objektiven.

Unter ihnen sind vier Freizeit-Knipser, die sich aus einem Fotoforum im Internet kennen. "Hallia Venezia ist für uns ein fester Termin", sagt Joachim Fries aus Aalen. "Die Motivvielfalt ist garantiert", ergänzt Stefan Abele aus Welzheim. Außerdem dabei: Walter Zeeb aus Schwäbisch Gmünd und Karlotto Franze aus Schorndorf. "Auf die Speicherkarten passen jeweils 600 Bilder", erklärt Fries. "Die Kälte ist für uns nicht so schlimm, aber hoffentlich halten die Akkus durch." Diese können bei den frostigen Temperaturen schon mal schlapp machen.

Aber auch die Maskierten haben mit der klirrenden Kälte zu kämpfen. "Ich trage fünf Schichten Kleidung", erzählt eine der beiden Stabträgerinnen, Monika Knecht, während sie sich im Sibilla-Egen-Haus aufwärmt. "Natürlich darf auch die Skiunterwäsche nicht fehlen", ergänzt die zweite Stabträgerin, Sabine Wienke. "Ich trage auch zwei Paar Handschuhe und zwei Paar Socken." Für die beiden Michelfelderinnen ist es das bisher kälteste Event. "Am Körper geht es, aber die Finger frieren schnell."

Warm angezogen ist auch Sarah Karle aus Neu-Kupfer. Darauf hat Mutter Brigitte besonders geachtet. Ihre zwölfjährige Tochter nimmt erstmals an Hallia Venezia teil. "Heute früh war sie noch sehr aufgeregt, aber mittlerweile macht sie das wie ein Profi, wenn die vielen Fotografen um sie herumstehen."

Zu diesen gehört Otmar Rieger, der viele Jahre fotografiert hat und dieses Jahr ein Video dreht. "Die Bewegungen der Maskenträger sind faszinierend, dass muss man einfach festhalten", sagt der 56-Jährige, der sich als einer der ersten einen guten Platz vor der Treppe sichert. Bei der Nachbearbeitung rechnet er für zehn Minuten Film mit 250 Stunden Arbeit. "Es soll ja auch gut aussehen", sagt das Mitglied des Haller Fotoclubs.

Und die Ausbeute ist für ihn und die vielen Fotografen gewaltig. Besonders beim Defilee auf der Großen Treppe ergeben sich schöne Motive. Die Maskenträgerin in ihrem breiten schwarzen Reifrock zieht auch hier die Blicke auf sich - und die Kameras klicken wie verrückt.


Quelle -Hallertagblatt
Erscheinungsdatum, -zeit: Montag 13.02.2012, 7:30 Uhr