Montag, November 12, 2012

Lange Liste mit Mängeln

Teilortsvereine fühlen sich vernachlässigt - Pelgrim will Stadionneubau voranbringen

Wird ein Stadion gebaut? Wenn ja, wo? Die Würfel sind noch nicht gefallen. Das Thema wird in zwei Wochen im Gemeinderat diskutiert. Bei den Vereinen in den Teilorten macht sich schon jetzt Unmut breit.

THUMILAN SELVAKUMARAN


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Andrea Hajek (16) aus Großaltdorf ist zu Besuch in Hall und trainiert auf den Nebenflächen am Schulzentrum Ost Kugelstoßen. In der Anlage steht teilweise das Wasser oder Sand fehlt. Manche Bereiche sind zugewachsen. Foto: Weiger
Schwäbisch Hall Vertreter der Haller Vereine diskutieren in der Blendstatthalle hinter verschlossenen Türen über das Sportstättenkonzept - eine Geste der Stadtverwaltung, um zu zeigen, dass sie alle Vereine zu Wort kommen lässt. Die Aktion vor zwei Wochen ging aber offenbar nach hinten los, denn in den Teilortsvereinen herrscht Unmut.

"Wir haben das Gefühl, dass unsere Argumente abgeprellt wurden, dass der OB nur ein Ziel vor Augen hat", kommentiert Sonja Vossler, Stellvertretende Vorsitzende des SV Gailenkirchen. Die Idee mit einem neuen Stadion, wo vor allem Unicorns und Sportfreunde spielen können, sei gut - "wenn nicht die anderen Vereine auf der Strecke bleiben".

Eine Aufstellung über die Sportplätze, von der Stadt erfasst, verdeutlicht die Situation: In Gailenkirchen sorgen Maulwurfshügel für Gefahr, das Gras ist unzureichend verwurzelt. In Tüngental ist die Rasennarbe stark lückig, der Platz lässt kaum Wasser durch und riecht. Der Flutlichtmast steht nicht sicher. In Hessental hat die Hauptspielzone starke Narbenschäden, die Anlage verschlingt hohe Mengen an Strom. Die Liste der Mängel ist lang.

Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim schmettert die Kritik aber zurück. "Die Anlagen sind nicht schlecht, für die Spielklassen ausreichend." Man dürfe keine Ansprüche wie im Neckar-Stadion haben. Zum Thema Maulwurfshügel sagt er: "Fangen, töten, fertig. Das ist in einer halben Stunde erledigt."

Vossler: "Was wir selbst machen können, stemmen wir ehrenamtlich. Die Stadt ist aber für die Spielflächen verantwortlich. Wir zahlen jährlich 2500 Euro." Sie kritisiert, dass in der Blendstatthalle nichtöffentlich diskutiert wurde. "Hat die Stadt etwas zu verheimlichen? Das hinterlässt ein Gschmäckle!"

Uli Metzger, Vorsitzender des TSV Sulzdorf, ist es "sauer aufgestoßen", dass die Teilortsvereine zur Diskussion über ein Sportplatzkonzept eingeladen wurden, es letztlich aber nur um den Stadionneubau ging. "Seit zehn Jahren regnet es in unsere Halle rein. Dafür war in der Runde kein Platz." Er sei an jenem Abend emotional geworden. Denn Metzger befürchtet, dass die Halle mangels Mittel in ein paar Jahren geschlossen wird. "Ich bin für den Stadionneubau in Hall, mir ist aber auch mein Verein wichtig." Die Stadt solle die bestehenden Probleme nicht aus dem Blick verlieren.

In der bebilderten Mängelübersicht tauchen auch die Nebenflächen am Schulzentrum Ost auf: Belagschäden, Risse, lose Elemente. Es herrscht Verletzungsgefahr.

Die Natur hole sich ihre Flächen eben zurück, meint Pelgrim. Weder die Kugelstoßanlage noch die beiden Tartan-Spielflächen würden genutzt. Das Problem sei zwar seit langem bekannt. Reagieren werde die Stadt vorerst nicht. "Wenn man über eine Sanierung nachdenkt, dann sollte man auch über die Verlegung der Plätze nachdenken." Diese müssten näher an die Schule ran.

Sein Fokus liegt, wie er selbst zugibt, aber derzeit beim Stadion: "Wir müssen jetzt den Knopf dran machen - links oder rechts rum." Die günstigste Version sei der Ausbau der bestehenden Anlage an der Auwiese. Letztlich entscheidet dies aber der Gemeinderat. Die Teilortsspielflächen sollen aber gerichtet werden, so der OB. Einen konkreten Zeitplan gibt es bisher nicht.


Quelle - haller Tagblatt
Erscheinungsdatum, -zeit: Montag 05.11.2012, 7:30 Uhr

Polizeistrukturreform

THUMI

Ziel Die Landesregierung aus Grüne und SPD sieht die Polizei in Baden-Württemberg als unterbesetzt an. Die Aufstockung des Personals sei aber nicht finanzierbar. Nun sollen Hierarchieebenen und Dienststellen reduziert, spezialisierte Aufgaben, wie die der Kriminalpolizei, gebündelt werden.

Dienststellen Mit der Reform, die ab 2014 greifen soll, wird die Konzentration der bisher auf die Städte und Landkreise ausgerichteten Dienststellenstruktur aufgeweicht. Geplant sind landesweit zwölf Polizeipräsidien. Zuständig für Hall wird das Präsidium in Aalen sein, die Zentrale der Kripo wandert nach Waiblingen.

Kosten Ziel ist, die Polizei finanzierbar zu halten. Wie viel die Reform kostet, darüber schweigt die Regierung. Günter Loos vom Innenministerium spricht von einer Anschubfinanzierung in Höhe von 150 Millionen Euro. CDU und FDP befürchten, dass die Reform mehr als 900 Millionen Euro kosten könnte.


Weiterführende Links: Neues Revier wird kleiner

Quelle - Haller Tagblatt
Erscheinungsdatum, -zeit: Mittwoch 31.10.2012, 7:30 Uh

Neues Revier wird kleiner

Wechsel an der Spitze der Haller Polizei - Nach Reform zwei leitende Beamte weniger

Der Neubau des Polizeireviers an der Salinenstraße könnte viel kleiner ausfallen als geplant. Aus Polizeikreisen heißt es, dass der Direktionsleiter Günther Freisleben nicht mehr nach Hall zurückkehren wird.

THUMILAN SELVAKUMARAN


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Der künftige Chef des Präsidiums: Ralf Michelfelder. Fotos: Fiedler/Arslan/pv  Polizeichef auf Reise: Günther Freisleben 

Schwäbisch Hall Die Haller Polizei durchlebt eine ungewisse Zeit: Welche Veränderungen bringt die Polizeistrukturreform, die von der Landesregierung angestrebt wird? Welche Abteilungen werden in das neue Präsidium nach Aalen wandern? Kommt Polizeichef Günther Freisleben, der eine Auslandsmission im Kosovo bestreitet, zurück?

Klare Antworten gibt es nicht, aber langsam formen sich die Ideen der Ministerien und Behörden. So könnte das geplante neue Revier - es war ursprünglich als Sitz der Polizeidirektion Hall geplant - deutlich kleiner werden. Schließlich bekommt Hall durch die Reform maximal die Verkehrspolizei - diese könnte aber auch in Kirchberg bleiben. Das zuständige Polizeipräsidium soll in Aalen angesiedelt sein, die Kriminalpolizeidirektion in Waiblingen.

"Wir haben uns dennoch die Kaufoptionen für die Grundstücke an der Haller Salinenstraße für einen Neubau gesichert", berichtet Michael Greiner, Leiter des Amtes für Vermögen und Bau in Heilbronn. Nach einem Gespräch vergangene Woche mit Vertretern aus der Haller und Aalener Direktion empfiehlt er, den Bau von 3000 Quadratmetern Nutzfläche auf 1800 zu verkleinern.

"Wir sind uns einig, dass ein Neubau für Hall nötig ist, die Situation am bisherigen Standort - ein umfunktioniertes Wohngebäude im Mietverhältnis - ist langfristig nicht tragbar." Nun seien Gespräche von Finanz- und Innenministerium nötig, da nicht entschieden ist, welche Ausstattung in Hall benötigt wird.

Die Umsetzung der Strukturreform selbst wurde um ein halbes Jahr verschoben - auf den 1. Januar 2014. "Das nötige Gesetzgebungsverfahren ist nicht abgeschlossen", erklärt Günter Loos, Sprecher des Innenministeriums. "Danach werden die Beamten befragt. Sie sollen Prioritäten in drei Stufen angeben, wo sie sich ihren Dienst im Präsidialbereich vorstellen können." Für Haller Polizisten könnte das in Aalen sein, Backnang oder beispielsweise in Ilshofen. Die Führungsschiene werde verschlankt, im Gegensatz dazu im Streifendienst mehr Beamte eingesetzt. "Die Einstellung von 900 weiteren Beamten ist geplant", ergänzt Loos. Für die Bürger sei es egal, wie der Oberbau der Polizei aussehe.

Änderungen in der Führungsriege sind in Hall bereits sichtbar. Polizeichef Günther Freisleben, der 2009 mit seiner Kandidatur bei der Oberbürgermeisterwahl in Crailsheim für Aufsehen sorgte, ist auf seiner zweiten Mission im Kosovo. Er leitet stellvertretend die Eulex-Mission, eine 800 Mann starke Truppe, die dort unter anderem die Polizeiarbeit aufbaut.

Ottmar Kroll übernimmt den Chefsessel der Haller Polizei offiziell nur kommissarisch, bis Freisleben zurückkehrt, erklärt Klaus Hinderer, Sprecher der Polizeidirektion Waiblingen. Freislebens Mission im Kosovo habe nichts mit der geplanten Reform zu tun. Hinderers Vorgesetzter Ralf Michelfelder wird - so viel ist sicher - Chef des neues Präsidiums werden und damit auch von der Haller Polizei. In Polizeikreisen geht man davon aus, dass Freisleben daher nicht nach Hall zurückkehren wird. An einer Stellungnahme habe er kein Interesse, lässt er über das Innenministerium ausrichten.

Vom Stühlchen-Wechsel-Dich-Spiel profitiert nun der neue Haller Kripochef Roland Meeraus, der kommissarisch Kripo-Chef in Hall ist - also auf die Stelle von Ottmar Kroll rückt. Möglich ist, dass er später als Kommissariatsleiter in Hall bleiben kann, erklärt Kroll. "Da müssen aber viele Faktoren geklärt werden." Kroll selbst muss sich dagegen auf eine neue Stelle gefasst machen: Eine Direktionsleitung wird es in Schwäbisch Hall bald nicht mehr geben.


Weiterführende Links: Polizeistrukturreform
 
Quelle - Haller Taglatt
Erscheinungsdatum, -zeit: Mittwoch 31.10.2012, 7:30 Uhr