Freitag, Dezember 07, 2012

Frostiger Einsatz fürs Theater

THUMI

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Freilichtspiele-Intendant Christoph Biermeier verteilt vor dem Kocherquartier den neuen Spielplan an Passanten. Foto: Thumi 
Frostig kalt ist am es Samstagmorgen: Da hilft nur ein heißer Punsch mit einem kleinen Schuss. Christoph Biermeier greift immer wieder zur Tasse. Handschuhe braucht der gebürtige Passauer nicht. Die Hände sind ständig in Bewegung. "Darf man Ihnen einen Flyer der Freilichtspiele geben?" - immer freundlich, aber stets die selbe Formulierung.

Der Vorverkauf für die Freilichtspiele-Saison hat am Samstag begonnen. Der Intendant macht zum Auftakt persönlich Werbung und steht am Froschgraben, um möglichst viele Passanten auf dem Weg zum oder vom Kocherquartier abzufangen. Einige greifen beherzt zu und nehmen sich einen Spielplan mit.

"Wir haben 120000 Flyer drucken lassen", berichtet Alex Schmid, Leiter des künstlerischen Betriebsbüros, der nur den linken Handschuh trägt. "So lässt es sich besser verteilen." 22500 Flyer seien per Post versandt worden. Der Rest werde in der ganzen Region verteilt. "Heute haben wir 1000 Stück dabei."

Geworben wird für die Wiederaufnahmen "Faust" und "Summer of Love" auf der Großen Treppe, außerdem stehen im Spielplan "Dantons Tod" und "Im weißen Rössl". Im Globe Theater werden folgende Stücke zu sehen sein: "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?", "Der Brandner Kaspar und das ewig Leben", das Struwwelpeter-Musical "Shockheaded Peter" sowie das Familienstück "König Artus!".

Für das Winterprogramm der Freilichtspiele verteilt Biermeier einen separaten Spielplan. Erste Karten seien in der Tourist-Information schon verkauft worden, sagt Heike Eggensperger, die dem Intendanten nebenbei heißen Punsch nachschenkt.

Eine Passantin kommt mit einem Flyer und schnellen Schritten zurück. "Das ist interessant. Wo kann ich einen Antrag für den Förderverein ausfüllen?" Biermeier notiert sich ihre Daten auf einem Flyer. "Sie bekommen Ihren Antrag per Post" - vorausgesetzt, er verteilt den Flyer nicht versehentlich weiter.


Quelle - Haller Tagblatt
Erscheinungsdatum, -zeit: Montag 03.12.2012, 7:30 Uhr
 

Flammen, Wein und Sterne

Tausende Besucher bei Weihnachtsmärkten in Hall - Kritik aus der Gelbinger Gasse

Pünktlich zum ersten Advent verwandelt sich Hall in ein weißes Wintermärchen. Zwischen den weihnachtlichen Buden am Marktplatz ist kaum noch Platz. Flaute herrscht allerdings in der Gelbinger Gasse.

THUMILAN SELVAKUMARAN

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Elke Hummel und Ramona Schmiederer kaufen bei Juliane Schmidt leuchtende Sterne. Im Hintergrund: Rathaus und weitere Buden. Foto: Thumi 
Schwäbisch Hall Die Funken sprühen in alle Richtungen. Der zweijährige Rio hält sich beide Hände vor sein Gesicht. Aber die Faszination ist größer, immer wieder reckt er seinen Kopf nach vorne, um die lodernden Flammen im Feuerkorb zu bestaunen. Seine Mutter Hiltrud Schäfer hat bereits einen Glühwein beim Kunsthandwerklichen Weihnachtsmarkt getrunken. "Das Angebot hier ist toll", sagt sie. "Jetzt bin ich voll in Weihnachtsstimmung - obwohl mir in Wirklichkeit Weihnachten gar nicht so wichtig ist."

Nebenan hat Karin Fäth zugeschlagen: ein Holzspiel, ähnlich wie Sudoku. "Der Markt ist wunderschön", sagt die Bietigheimerin. "Leider ist zu wenig Zeit. Ich könnte den ganzen Tag hier verbringen - und arm werden."

Steffen Mühlhäuser, der die Spiele verkauft, kann sich über brummende Geschäfte freuen. Der Hospitalhof, die Hospitalkirche und die Flächen drumherum sind dicht. "Das läuft ganz gut", sagt seine Mitarbeiterin, während der Chef Kinder mit weiteren Spielen unterhält.

Auf dem Weg zum Marktplatz schallt den Gästen das Lied "Winter Wonderland" aus den Lautsprechern entgegen. Bei frostigen Temperaturen wärmen sich etliche Gäste mit Glühwein. Ausnahme: Christa Sanwald (48) und ihre Söhne Fabian (19) und Philipp (22) aus Bibersfeld. Sie naschen aus einer Tüte gebrannte Mandeln, während sie zwischen den Buden entlang gehen. "Das Angebot ist gut, das gefällt mir mehr als im vergangenen Jahr", sagt die Mutter.

Kurzzeitig wird es am Samstagabend dunkel: Stromausfall. Aber nicht alle Buden sind betroffen. Die Händler helfen sich mit Taschenlampen aus. Elke Hummel aus Ilshofen und Ramona Schmiederer aus Hessental wollen nicht im Dunkeln bleiben. Sie decken sich mit bunt leuchtenden Sternen ein. Wichtig ist der Hessentalerin, dass die Angebote in einem Markt vielseitig sind. "Das passt in Hall! Essen ist da für mich nur nebensächlich."

Das sieht Jutta Beuttinger etwas anders. "Essens- und Glühweinstände fehlen", sagt sie. Sie betreibt den letzten Stand in der Gelbinger Gasse - auf Höhe der Eisdiele. Die Menschenmassen bleiben sowohl am Samstag als auch am Sonntag in der Weihnachtsgasse aus. Beuttinger kritisiert die Stand-Anordnung. "In der Gasse sind ein paar Buden, am Säumarkt weitere. Wer will den diesen Weg schon gehen?", fragt sie. Nebenan stehen Uwe und Dagmar Freitag an ihrem Stand. "Die neben uns haben schon eingepackt", sagt der Westheimer. Gleich zwei Stände sind am Sonntag ganz verwaist.

Auch Maria und David Wire, die am Säumarkt Motorsägenkunst anbieten, klagen. "Das ist alles sehr lieblos, keine Tannenbäume als Dekoration und kein echter Übergang vom Marktplatz bis hierher", sagt der Stimpfacher. "In Ellwangen stehen Stände an Stände, ohne diese großen Lücken." Für das letzte Adventswochenende sei ihnen ein Platz an der Eisdiele angeboten worden. Die beiden haben verzichtet und wollen nun auf einem anderen Markt verkaufen.

Während in der Gelbinger Gasse der Frust tief sitzt, schlürfen einige hundert Meter entfernt die Gäste weiterhin Glühwein. Aus den Lautsprechern schallt "Last Christmas". Passanten bleiben stehen und bewundern die Lichter an den Bäumen und die verschneiten Buden auf dem Marktplatz. "Die Adventszeit fängt erst an", bemerkt Hiltrud Schäfer. "Wir haben noch wunderschöne Wochen vor uns."


Quelle - Haller Tagblatt
Erscheinungsdatum, -zeit: Montag 03.12.2012, 7:30 Uhr

Haller Feste an der Wand

THUMI
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Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim begutachtet zusammen mit Sabine Schaupp den neuen Haller Jahreszeitenkalender. Foto: Thumi 
Die Augen von Hermann-Josef Pelgrim wandern über die bunten kleinen Bilder. "Keine Sorge, sogar die OB-Wahl ist drin", sagt Sabine Schaupp und deutet auf ein Kästchen. "Aber nur ein Termin", hakt der Oberbürgermeister nach. "Da sehen sie, wie optimistisch wir das sehen", erklärt Schaupp.

Der neue Haller Jahreszeitenkalender ist fertig. Sabine Schaupp bringt das erste Exemplar - wie jedes Jahr - persönlich beim Stadtoberhaupt im Rathaus vorbei. Schaupp Rollenoffset in der Haller Stadtheide produziert den Kalender bereits im 24. Jahr.

Geschäftsführer Bernd Schaupp und seine Ehefrau wollen die Tradition von Vater Franz Schaupp noch lange fortführen. Es steht ein wohltätiger Zweck dahinter, den sich die Druckerei auch etwas kosten lässt. Die Herstellungskosten übernimmt das Unternehmen komplett. "Der Verkaufserlös geht wieder zu 100 Prozent an den Schwäbisch Haller Krebsverein", sagt Sabine Schaupp.

Insgesamt hat die Aktion in all den Jahren bereits 267881 Euro eingebracht. 2011 waren es 12172 Euro. Gedruckt wurden dieses Jahr 3600 Exemplare. Der Verkaufspreis steigt um 30 Cent auf 3,60 Euro. Stadtverwaltung und Bausparkasse haben wie jedes Jahr 200 Exemplare geordert.

Verkaufsstart ist traditionell am Samstag vor dem ersten Advent - also heute. Bernd und Sabine Schaupp stehen dann - und an allen folgenden Adventssamstagen - von 9 bis 13 Uhr am Haller Grasmarkt.

Außerdem ist der Kalender in der Löwenapotheke, in der VR-Bank-Zentrale, in allen Filialen der Bäckerei Scholl sowie beim Schwäbisch Haller Industrie Druck erhältlich. In Michelfeld und den dortigen Teilorten sind Grundschüler unterwegs und verkaufen den Kalender direkt.

"Lustige, schöne Motive", sagt Pelgrim bei einem erneuten Blick auf den Kalender. Alle Feste in Hall seien vertreten, so Schaupp - bis auf einen möglichen zweiten OB-Wahlgang. Das dürfte dem Stadtoberhaupt ganz recht sein.


Quelle - Haller Tagblatt
Erscheinungsdatum, -zeit: Samstag 01.12.2012, 7:30 Uhr